„Love Island“ trifft auf „Die Farm der Tiere“
Stellt euch vor, ihr wacht eines morgens zusammen mit 9 anderen Frauen in einer leerstehenden Villa mit Pool mitten in der Wüste auf. Ihr könnt euch nicht daran erinnern, wie ihr dorthin gekommen seid, ihr wisst aber, dass noch 10 weitere Männer folgen - wenn sie es durch die Wüste schaffen. Sobald sie da sind, werdet ihr euch in Paaren zusammenfinden, einzeln und in der Gruppe Challenges bestreiten, um materielle Güter zu gewinnen. Mit der Zeit werden immer mehr von euch aus der Villa fliegen, am Ende kann nur eine Person gewinnen. Es gibt kaum Regeln, wenig Verbote - und alles wird gefilmt. „Das Spiel“ ist ein einziger Fiebertraum, allerdings einer, der sich über mehrere Wochen zieht und einen einfach nicht aufwachen lässt. Die Protagonistin Lily ist nicht nur nicht sympathisch, sie ist auch noch unfassbar farblos und passiv. Ihr einziges Interesse besteht darin, möglichst viele Challenges zu gewinnen, um von den Sponsoren mit Luxusgegenständen zugeschüttet zu werden. Die Autorin hat es geschafft, diese einzigartige Langeweile, die in Trash TV Sendungen wie „Love Island“ spätestens ab Folge 3 besteht, in Buchform zu gießen (und das meine ich als Kompliment). Die Challenges sind stupide, die Gespräche oberflächlich, die Konkurrenz groß und die Tage lang. Während der Plot ewig vor sich hin plätschert, baut sich parallel ein nicht ganz greifbares Bedrohungsszenario auf, das sowohl von außen als auch von innen kommt. Obwohl weiterhin nichts passiert, verhärten sich Hierarchien und münden in Gewalt. Zwischenzeitlich fand ich die Längen in „Das Spiel“ unerträglich. Gleichzeitig spiegelt es so gut die Dynamiken im „echten“ Trash TV wider, sowohl zwischen den Teilnehmenden, als auch zwischen dem Cast und der Produktion. Und so blieb ich bis zum Ende dabei - das habe ich bei „Love Island“ so gut wie nie geschafft. Übersetzt von Lena Riebl. CN: Gewalt, Alkohol





























































