
Peter Hogart ist Versicherungsdetektiv, also eigentlich eher ein Anti-Held. Aber das ist ein Irrtum!
Mit der Peter-Hogart-Reihe zeigt Andreas Gruber einmal mehr, wie wirkungsvoll sich düstere Schauplätze, grausame Verbrechen und temporeiche Ermittlungen miteinander verbinden lassen. Die drei Bände führen den Wiener Privatermittler Peter Hogart nach Prag, Wien und Paris – und lassen die Reihe dabei spürbar an Spannung und erzählerischer Sicherheit gewinnen. Besonders krass ist, dass Hogart zunächst nicht wie der klassische Thriller-Ermittler wirkt: Als Versicherungsdetektiv könnte man eine eher trockene Figur erwarten, doch genau diese Erwartung wird schnell und überzeugend widerlegt. Die einzelnen Bände Band 1: Die schwarze Dame – 3,5 von 5 Sternen. Der Auftakt der Reihe spielt in Prag und braucht zunächst etwas Zeit, um richtig Fahrt aufzunehmen. Der Beginn wirkt stellenweise noch etwas langatmig, insbesondere weil die Stadtbeschreibung von Prag an einen Reiseführer erinnert, doch nach und nach verdichtet sich die Handlung zu einem spannenden Fall mit düsterer Atmosphäre und einem gelungenen Finale. Als Einführung in Peter Hogarts Welt funktioniert der Band gut, auch wenn er sein volles Potenzial noch nicht ganz ausschöpft. Band 2: Die Engelsmühle – 4 von 5 Sternen. Der zweite Band verlagert die Handlung nach Wien und steigert die Spannung deutlich. Der Mord an einem pensionierten Arzt, ein rätselhaftes Video und die Spur zu einer verlassenen Mühle sorgen für eine Handlung, die dichter, unvorhersehbarer und konsequenter erzählt ist als im Auftakt. Hier zeigt sich besonders gut, wie souverän Gruber beklemmende Geheimnisse mit packender Ermittlungsarbeit verbindet. Band 3: Die Knochennadel – 4 von 5 Sternen. Für mich ist dieser Band der stärkste Teil der Reihe. Der Schauplatz Paris, die Auktion in der Opéra Garnier, das Verschwinden von Elisabeth und das Rätsel um die mittelalterliche Knochennadel ergeben eine besonders atmosphärische, temporeiche und fesselnde Geschichte. Die Handlung ist spannend konstruiert, die Bedrohung wirkt greifbar, und Hogarts persönliche Betroffenheit verleiht dem Fall zusätzliche Dringlichkeit. Eine besondere Stärke der Reihe liegt in der Zeichnung der Figuren. Peter Hogart ermittelt unaufgeregt, hartnäckig und mit einem feinen Gespür für verborgene Zusammenhänge. Auch die Nebenfiguren wirken lebendig und tragen viel zur Dynamik der Geschichten bei. Hervorzuheben ist seine Nichte Tatjana, die nicht nur sein größter Fan ist, sondern später auch aktiv zur Auflösung eines Falles beiträgt. Insgesamt ist die Peter-Hogart-Reihe eine klare Empfehlung für alle, die atmosphärische Schauplätze, verschachtelte Fälle und eine düstere Grundstimmung mögen. Der erste Band braucht zwar etwas Anlauf, doch die Reihe steigert sich deutlich und überzeugt spätestens ab dem zweiten Band mit hohem Tempo und starker Spannung. Andreas Gruber ist es mal wieder gelungen, mich in die Welt der grausamsten Verbrechen mitzunehmen. Meine Skepsis gegenüber einem Protagonisten, der Versicherungsdetektiv ist, war unbegründet. Nach wie vor bleibe ich dabei: Andreas Grubers Bücher sind nichts für schwache Nerven.













































