3,5 sterne
"Das Erbe der Sterne" stammt bereits aus den 70ern und gehört damit nicht unbedint zur neueren Science-Fiction, was sich auch an einigen Stellen bemerkbar macht. James P. Hogan lässt sich Zeit seine Geschichte einzuführen. Er beginnt mit einer spektakulären Entdeckung und braucht dann über die Hälfte des Buches um wieder in Fahrt zu kommen. Verständlich, dass sich einige Leser in der ersten Hälfte verabschieden. Hogan verfolgt mit dieser Zähigkeit jedoch einen Zweck. Er beschreibt hier sehr detailliert und authentisch wissenschaftliche Arbeit. Denn oft besteht Wissenschaft aus Erstellung von Theorien, verwerfen dergleichen, erneutes Hervorholen alter Theorien, Diskussionen auf wissenschaftlichen Tagungen und wie die liebgewonnen Theorie von anderen Wissenschaftlern zerrissen wird. Zugegeben, man hätte es kompakter und eleganter beschreiben können aber Das Erbe der Sterne gehört zu den Science-Fiction Büchern die sich der sogenannten Hard-Science verschrieben haben und weniger Wert auf literarischen Stil und charakterliche Tiefe legen. Wer tiefgründige, philosophische Science-Fiction mag, wird hier enttäuscht werden. Vielleicht entwickelt sich das aber auch noch in den weiteren Bänden. Die Ideen die Hogan hier einbringt, sind außergewöhnlich und spannend. Tatsächlich habe ich ein ähnliches Konzept noch nicht oft gelesen oder gesehen. Ich wurde immer wieder von Neuem überrascht, außerdem wird hier jeder Plot-Twist nachvollziehbar erklärt und wirkt nicht an den Haaren herbeigezogen. Von wissenschaftlicher Seite lassen die 70er grüßen, einiges ist veraltet und liest sich heute nicht mehr so spektakulär und glaubwürdig. Aber nichtsdestotrotz sind Teilüberlegungen immer noch sehr interessant, weshalb ich auf jeden Fall die weiteren Bände lesen möchte.
Anfangs wird man mit viel Fachjargon bombardiert, wenn man das aber tapfer durchhält, wird man mit einer äußerst interessanten Story konfrontiert.


