
Technik, Tüftler, Wahnsinn – und ich mittendrin
Wenn Geschichte immer so erzählt worden wäre, hätte ich nie den Geschichtsunterricht geschwänzt. Ronald D. Gerste hat mit „Wie Technik Geschichte macht“ ein Buch hingelegt, das klingt, als hätte Jules Verne mit Stephen Hawking und einem Schuss Monty Python einen draufgemacht – und ich liebe es! Hier wird nicht mit trockenem Staub gepustet, sondern mit Dampfmaschinen, Hirnschmalz und einem feinen Sinn für die Tragik der Genialität gezündet. Ich hab’s gelesen und dachte: Wow, das ist wie Netflix-Bingen – nur mit Hirn, Wissen und echten Leuten, die durchgedreht genug waren, die Welt komplett umzubauen. Vom dampfenden Fortschritt bis zum nuklearen Wahnsinn nimmt Gerste kein Blatt vor den Mund. Und er traut sich, die großen Namen vom Sockel zu holen – nicht um sie zu entzaubern, sondern um zu zeigen, wie menschlich Genies wirklich ticken: klug, seltsam, besessen, tragisch. Ada Lovelace, Turing, Hedy Lamarr – ich sag’s mal so: Das sind nicht nur Namen, das sind Charaktere für eine Netflix-Serie, die noch keiner gedreht hat. Und mittendrin der Autor, der mit einer Mischung aus Nerd-Fachwissen und Augenzwinkern durch die Jahrhunderte spaziert, als wäre er der Gastgeber einer Zeitreise-Talkshow. Manchmal schmunzelt man, manchmal schluckt man – besonders bei den dunklen Seiten des Fortschritts, wenn Technik nicht rettet, sondern zerstört. Und genau da liegt der Clou: Dieses Buch feiert die Technik nicht blind, sondern schaut ihr auch unter die ölverschmierten Fingernägel. Ich hab’s verschlungen – und danach das WLAN kurz misstrauisch beäugt. Wer dachte, Technikgeschichte sei nur was für Fachidioten oder Museumswärter, wird hier eines Besseren belehrt. Kurzum: ein intelligenter, wilder Ritt durch unsere technisierte Welt – und ein Pflichtprogramm für alle, die wissen wollen, wie aus Ideen Realität – und manchmal Wahnsinn – wird.
