5. Juni
Bewertung:4

It's quite different from what I expected. However, it is extremely well written and researched with in-depth insights into Tolkien's life and relationships during WW1. The author flawlessly ties together the different phases of Tolkien's mythology and its origins during the Great War and how it could have influenced his work while also going into detail about the different stories themselves that Tolkien developed in his early years. If you are a sucker for biographies, then this is highly recommended for you. I have trouble getting along with reading (auto)biographies. Therefore, "only" 4 stars, but all in all, a great addition if you want to expand your knowledge about the origins of Middle Earth.

Tolkien und der Erste Weltkrieg
Tolkien und der Erste Weltkriegvon John GarthKlett-Cotta
21. Jan.
Bewertung:4

"I found it is the small everyday deeds of ordinary folk that keeps the darkness at bay...small acts of kindness & love." Diesen Satz legt Tolkien seinem Gandalf nicht nur in den Mund weil er sich vielleicht nett anhört. Dieser Satz enthält vieles von dem was Tolkien selbst im ersten Weltkrieg erlebt hat. Denn zwischen all dem Grauen des Krieges, stellte er fest dass es die gewöhnlichen, kleinen Leute waren die mit kleinen Gesten der Güte den Krieg weniger schrecklich für ihn machten. Das mag der Bauer in einem französischen Dorf gewesen sein, der den Soldaten Milch zum Trinken brachte, oder der kleine einfache Soldat der versucht in diesem Krieg nicht zum Monster zu werden. Die einzige konkrete Aussage über Verkörperungen von Menschen in seinen Werken zu der sich Tolkien hat bewegen lassen, war die des Samweis Gamdschie und Faramir. Er selbst war als Offizier im ersten Weltkrieg und hat sich am ehesten in der Figur des Faramir gesehen, während er in Sam Gamdschie alle einfachen Soldaten verkörpert hat. Er erkannte, dass diese einfachen Soldaten die keinerlei Ausbildung erhalten hatten, ihm an Mut um ein vielfaches überlegen waren. So wie Faramir am Ende durch Samweis' Hilfe erkennt, dass er der Macht des Ringes widerstehen muss. Tolkien hat sich zu Lebzeiten immer gewehrt Parallelen in seine Werken zum ersten Weltkrieg zu sehen. Er hat nie geleugnet, dass er bestimmte Erlebnisse zum Teil darin einfließen gelassen und verarbeitet hat, aber dass keine Eins zu Eins Übertragung möglich ist, wie es nach dem zweiten Weltkrieg wohl viele Kritiker gerne sehen wollten. Es gibt so viele kleine Momente die man im Herrn der Ringe oder im Silmarillion wieder erkennt, wenn man einige der Memoiren Tolkiens oder der drei besten Freunde Tolkiens liest. Tolkiens Erstaunen und die kleine Freude darüber, wenn ein Hahn kräht oder eine Nachtigall singt, nach tage- und nächtelangem ununterbrochenem Geschosshagel. Dass dieser kleine Vogel weiterhin existiert und sein Lied singt, obwohl um ihn her nichts als Tod und Zerstörung herrschen. Das hat mich sofort an Gandalfs Worte erinnert, der während der Schlacht um Minas Tirith bei Sonnenaufgang auf den Festungswall hinaus tritt um dem ersten Hahenschrei zuzuhören, der trotz der angreifenden Heerscharen aus Mordor erschallt. Diese kleine Biographie lässt mich mehr verstehen was hinter vielen Handlungssträngen steckt, die mittlerweile ganz selbstverständlich in Fantasybüchern verwendet werden. Hinter der Wanderschaft auf die sich die Gefährten und der Held begeben, die in fast allen High Fantasybüchern vorkommt, steckt bei Tolkien viel mehr als nur eine Entwicklungsreise des Helden. Sie spiegelt seine eigene rastlose Wanderschaft wieder, die jeder Soldat erlebt hat. Das ewige Versetzen der Bataillone von A nach B nach C usw. während das Endziel die Schlacht bzw. der Krieg war und immer bedrohlich vor einem schwebte. Einen großen Einfluss hatte wohl auch die Schlacht an der Somme, an der Tolkien teilnahm, die verlustreicheste Schlacht des ersten Weltkriegs. Die Schilderungen dieser Schlacht in den Memoiren Tolkiens und seinen drei besten Freunden, hat mich fast mehr mitgenommen als Der Herr der Ringe. Tolkien verliert in dieser Schlacht zwei seiner besten Freunde, sodass von den ursprünglich vier Gefährten - da drängt sich einem direkt der Gedanke an die vier Hobbits auf, die gemeinsam nach Mordor aufbrechen die jedoch im Gegensatz zur Realität alle aus dem Krieg zurückkehren - am Ende nur noch zwei übrig sind. Einzig die philosophischen und religiösen Interpretationen von Tolkiens Werken, haben mich persönlich etwas gelangweilt und konnten sich mir auch einfach nicht erschließen. Für mich war das alles etwas schwammig, abgesehen natürlich von den vielen Quellen die Tolkien beeinflusst haben wie bspw. das Kalevala, die Edda oder auch das Mabinogion. Die religiösen Vergleiche waren mir gegen Ende hin doch etwas zu viel und ich habe das alles etwas übersprungen. Was ich wiederum wahnsinnig faszinierend fand, waren die Abschnitte die sich mit der Sprachentwicklung des Elbischen beschäftigten. Tolkien war ein absoluter Linguistiknerd wie man heute sagen würde und in dieser Hinsicht unbestreitbar hochbegabt. Selbst für jemanden wie mich, der sich mit Sprachwissenschaft nur rudimentär auskennt, war es hochinteressant, faszinierend und spannend zu lesen wie unfassbar genial Tolkien seine elbischen Sprachen entwickelt hat. Nach dieser Lektüre sehe ich den Herrn der Ringe mit ganz anderen Augen und lässt mich dieses Epos mitsamt aller verlorenen Geschichten, wenn überhaupt möglich, noch mehr lieben. Nachtrag: Ich habe soeben entdeckt, dass er hierzu scheinbar einen Film gibt und bin ganz aus dem Häuschen https://www.youtube.com/watch?v=jq2MFEGJ_Sw

Tolkien und der Erste Weltkrieg
Tolkien und der Erste Weltkriegvon John GarthKlett-Cotta