Theresienstadt 1942: Die Nazis haben ein Lager für Juden errichtet, das zeitweise als Vorzeigelager dient. Doch es ist nur eine Station auf dem Weg in die Vernichtungslager. Inmitten dieser Hoffnungslosigkeit gründen Kinder eine Zeitschrift, um gegen das Grauen anzuschreiben. Sie treffen sich heimlich und verfassen Berichte über das Lager. Aber sie zeichnen auch Bilder, führen Interviews oder schreiben Gedichte. Zu Beginn muss ich ehrlich sagen, dass es mir sehr schwer fällt, dieses Buch zu bewerten. Auch wenn diese Zeit schon sehr lange her ist, ist dieses Thema dennoch sehr präsent und immer noch aktuell. Es gibt zahlreiche Bücher, die über diese Zeit berichten, seien es Tagebücher oder Romane. Tagebücher sind immer viel authentischer als Romane. Und genau das war mein kleines Problem mit dem Buch von Matteo Corradini. Ich weiß, dass die Ereignisse wahr sind und alles so passierte. Aber es ist doch ein Roman und eigentlich aus der Sicht des Autors geschrieben. Dadurch kann man auch nur die Hälfte von dem Nachempfinden, was die Menschen damals gefühlt haben. Das Vorwort des Autors war sehr ergreifend und hat die ganze Thematik noch etwas genauer erklärt. Dadurch wusste man als Leser schon einig mehr über Theresienstadt. Die erste Hälfte des Buches fand ich jedoch leider etwas „oberflächlich“ geschrieben. Am Anfang denkt man als Leser, dass es einfach ein ganz normales Ghetto ist. Die Menschen dort haben strikte Regel, an die sie sich halten müssen und dann wird alles gut. Aber diese kleinen Szenen dazwischen haben gezeigt, dass es doch nicht ganz normal ist. Es gab jedoch nur wenige Szenen davon. Dadurch wirkt alles etwas harmlos. Und das finde ich sehr fatal bei solch einem Thema. Erst aber der zweiten Hälfte konnte man nachempfinden, wie grausam sich alles in diesem Ghetto abgespielt hat und wie die Menschen damals behandelt wurden. Erst dann erfährt man auch mehr über das „Vorzeigelager“ und was die Nazis getan haben, um alles zu vertuschen und zu beschwichtigen. Erschreckend ist jedoch, dass es zur damaligen Zeit geklappt hat. Das Schicksal dieser Kinder ist einfach unfassbar. Aber sie haben nie aufgegeben. Egal was sie gesehen oder erlebt haben. Ich finde es total faszinierend, dass Matteo Corradini sich den Kindern aus dieser Zeit zugewandt und vor allem der Zeitschrift „Vedem“ eine Stimme gegeben hat. Umso mehr haben mich die letzten Seiten innerlich zerrissen. Das Buch ist eher für Jugendliche geschrieben worden und vor allem für alle Leser, die sich zum ersten Mal mit dem Thema beschäftigen. Ich empfehle jedoch jedem sich weiter mit dem Thema auseinanderzusetzen, wenn er genauere Informationen haben möchte und noch weitere Fragen dazu hat.
Das Buch geht unter die Haut. Man sollte es lesen. Auf blog.ahukader.de ist meine Rezesion zu finden.
Puh, das Ende muss ich jetzt erst einmal verdauen, auch wenn man bei so einer Thematik sicher kein HappyEnd erwartet. Das Video mit meiner Rezension wird in den nächsten Tagen online gehen... aber erst einmal muss ich die Worte dafür finden! *Rezensionsexemplar - Danke an den cbj-Verlag
Eine Gruppe von Kindern veröffentlicht 1942 in Theresienstadt die Zeitung Vedem. Sie treffen sich heimlich, verfassen Berichte und Interviews und sammeln Gedichte und Bilder anderer Kinder. Obwohl sie sich damit jeden Tag in Gefahr begeben, hilft es ihnen, zu überleben. Im Ghetto gibt es keine Schmetterlinge ist das erste Buch, das ich in diesem Jahr beendet habe, und es war ein guter Start. Ich hatte zu Anfang Schwierigkeiten, in die Geschichte reinzukommen, was ich aber in erster Linie auf die Tatsache zurückführe, dass ich aus Zeitmangel nur wenige Seiten am Stück lesen konnte und mich daher nicht so richtig auf die Geschichte einlassen konnte. Das änderte sich aber in der zweiten Hälfte, die ich dadurch gleich viel intensiver wahrgenommen habe. Obwohl es insgesamt gar nicht viel Handlung gibt, nimmt einen der Alltag der Jungen sehr mit. Sie erleben schreckliche Dinge und versuchen durch das Schreiben und die gemeinsame Zeit irgendwie damit klarzukommen. Besonders nahe geht einem das Ganze, wenn man bedenkt, dass die Erzählung auf wahren Begebenheiten beruht. Zum Ende kann ich nur eins sagen: Es zerreißt einem das Herz. Sehr emotional und absolut lesenswert.
Wieder gebe ich ungerne Sterne, aber auch dieses Buch ist sehr lesenswert & deswegen bekommt es fünf Sterne. Das Ende habe ich gerade im Flugzeug gelesen & mitten im Flug angefangen zu weinen. Grausam..




