Sehr aufschlussreich und interessant
David Bowie ist mir erst in den 80ern als Musiker aufgefallen. Seine Jahre als Ziggy Stardust hat sich mir erst in den 00er Jahren dieses Jahrtausend erschlossen. Ich habe ihn mit Songs wie „Let‘s Dance“ „Absolut Beginners“ und „Little China Girl“ kennengelernt. Mit diesen Comic reise ich zurück in die Jahre 1976-1978. Er will nach West Berlin, das damals noch von einer Mauer umgeben war, um sich zu erden. Kokain ist seine Religion und der Aufenthalt in LA tut ihm alles andere als gut. Es lähmt seine Kreativität und wird ihn zerstören, wenn er nicht die Reißleine zieht. Er glaubt an innovative Musikalität in Deutschland und zieht in die geteilte Stadt - mit ihm Iggy Pop, als Freund und Musiker. Er begleitet ihn auf einer Tour als Keyboarder, zur Belohnung isst Iggy ihm den Kühlschrank leer. Dieses Arrangement hat mir besonders gut gefallen. Ich mag Iggy Pop, einfach unglaublich gerne! David Bowie radelt durch die Stadt, knüpft Kontakte zum Beispiel zu Romy Haag, zu der ihm eine Beziehung nachgesagt wird. Bryan Ferry arbeitet mit ihm zusammen und er entdeckt die Strömungen des Punk. Zwischendurch gibt es immer wieder Rückblicke in die Zeit der Zerstörung und wir erfahren, wie es zum Umzug nach Berlin gekommen ist Es existiert schon ein erster Teil unter dem Titel „Starman“ Reinhard Kleist, den ich sicher noch lesen werde! Stilistisch erinnert mich die Aufmachung sehr an Heldencomics. Ein bisschen kantig, typisch amerikanisch und bunt ist die Gestaltung. Die Schrift hätte für mich ein ganz klein wenig deutlicher sein können aber das sind nur Kleinigkeiten, die den Genuss nicht geschmälert haben. Der Inhalt ist vielschichtig und manchmal auch etwas surreal. Die Interpretation macht besonders viel Spaß. Ab und an musste ich ein bisschen googeln, um die Zusammenhänge besser zu verstehen und nebenher lief natürlich viel Bowie Musik! Mal wieder eine biografische Graphic Novel, die mich gefesselt hat. Ich kann den Künstler mit den unterschiedlichen Augen besser verstehen, und mir hat sich noch mal eine neue Tür in die damalige Zeit aufgestoßen Ich empfehle das Buch nicht nur Fans, sondern allen, die den Flair der 70er und die Atmosphäre Berlins einatmen möchten.



