20. Mai
Bewertung:4

Wirklich interessant! Für jeden DDR-Interessierten empfehlenswert!

Ich bin geschichtsinterssiert und in dem Zusammenhang finde ich das Buch wirklich interessant! Es ist ein großer Zeitzeungenbericht , aus verschiedenen Perspektiven und auch zum Teil mit Stasiakten bestückt. Mir waren es nur teilweise zu viele Namen, um sich von jedem zu merken, wer das genau ist, mit Details, dazu hätte ich wahrscheinlich ein Personenverzeichnis gebraucht. Aber insgesamt wirklich empfehlenswert und eine wahre Gelegenheit!

Das schweigende Klassenzimmer
Das schweigende Klassenzimmervon Dietrich GarstkaUllstein Taschenbuch Verlag
15. Dez.
Bewertung:4

DDR, November 1956: Eine Abiturklasse reagiert auf die Niederschlagung des Ungarn-Aufstandes mit einer Schweigeminute. Die Rädelsführer werden von der Staatssicherheit gesucht, aber nicht gefunden. Gegen alle Drohungen und Erpressungen halten Schüler und Eltern zusammen. Schließlich fliehen die Gymnasiasten geschlossen nach West-Berlin… Ein dramatischer Bericht über die Wirklichkeit der DDR-Diktatur.

Ein Buch, was auf wahren Begebenheiten beruht. Ich finde es erschreckend zu sehen, was eine Diktatur Menschen machen kann. Ich finde es gut, dass sie sich nicht gegenseitig verraten haben, sondern zusammen die DDR verlassen haben.

Das schweigende Klassenzimmer
Das schweigende Klassenzimmervon Dietrich GarstkaUllstein Taschenbuch Verlag
23. Sept.
Bewertung:3

1956, in Ungarn wurde gerade der Aufstand von den Sowjets niedergeschlagen. Eine Abiturklasse der DDR beschließt spontan eine Schweigeminute einzulegen. Damit beginnt eine Geschichte die so wahr wie manchmal auch traurig ist. Aus dieser Schweigeminute entsteht am Ende der Verdacht, dass das kapitalistische Ausland hier versucht hat die Jugend ideologisch zu vergiften und die DDR gezielt zu schwächen. Dietrich Garstka erzählt seine Geschichte, die gleichzeitig auch die Geschichte seiner Klassenkameraden ist. Da die Klasse keinen Rädelsführer benennen will und kann, wird sie geschlossen vom Abitur ausgeschlossen. Daraufhin flüchtet der Großteil der Klasse in den Westen. Diese Geschichte ist wahr, sie ist Dietrich Garstka und seinen Klassenkameraden so passiert. Das schlägt sich auch im Schreibstil nieder. Immer wieder werden diverse staatliche Protokolle zitiert was den Lesefluss gerade am Anfang ziemlich behindert. Trotzdem ist es spannend mitzuerleben, wie die Jugendlichen immer wieder drangsaliert, bedroht und ihre Familien beleidigt werden, bis es zum Ausschluss aus der Schule kommt. Die Flucht in den Westen ist durch die noch offenen Grenzen gerade im nahegelegenen Berlin noch relativ einfach möglich. erstaunt hat mich, dass die zurückgebliebenen Familien zwar Anfangs bedrängt wurden die Kinder zurück zu holen, aber ansonsten nicht viel gegen sie unternommen wurde. Das hat sich wohl erst nach dem Mauerbau deutlich verschärft. Irritiert hat mich die Erzählperspektive. Es handelt sich zwar um einen Ich-Erzähler, der über sich selbst aber in der dritten Person berichtet. So kam es mir manchmal so vor als wäre der Erzähler ein unbenannter Mitschüler. Am Anfang habe ich es nicht wirklich durchblickt und habe mich mehrmals gefragt, ob es wohl mehr als einen Dietrich in der Klasse gegeben hat. Durch diese schwebende Perspektive kann Garstka auch über die Ereignisse berichten, die er selbst nicht erlebt hat, weil er schon im Westen war. Trotzdem hätte ich mir hier eine andere Lösung gewünscht, ich fand das recht verwirrend. Obwohl ich mehr einen Roman statt einem Erlebnisbericht erwartet hatte, fand ich das Buch durchaus interessant, zeigt es doch, wie der unsicher Staatsapparat der DDR schon bei kleinsten Unregelmäßigkeiten war. Und wie dann mit Kanonen auf Spatzen geschossen wurde. Für Geschichtsinteressierte sicher ein interessantes Buch.

Das schweigende Klassenzimmer
Das schweigende Klassenzimmervon Dietrich GarstkaUllstein Taschenbuch Verlag