Spannende Geschichte nach einer alten Wikinger-Saga.
„Krone und Feuer“ ist der erste Teil aus der Fjordlandsaga, der die Anfänge des jungen und zukünftigen König Haralds erzählt. Der Roman von Linnea Hartsuyker wurde im Juli 2017 im Ullstein-Verlag veröffentlicht. Norwegen, Ende des 9. Jahrhunderts: Ragnvald und Svanhild wachsen in einer Zeit des Umbruchs auf. König Hakon regiert einen Teil Norwegens, der ansonsten in viele kleine Königreiche zersplittert ist. Sein Schwiegersohn Harald schickt sich an König von ganz Norwegen werden. Nach einem Attentat auf das Lebens Ragnvalds, sind beide Geschwister mehr oder weniger auf sich alleine gestellt. Ragnvald schließt sich dem jungen Harald an, um im Zuge dessen, irgendwann sein Erbe von seinem Schwiegervater Olaf zurückzuerlangen und seine Schwester Svanhild dient als politsche Schachfigur, die durch eine Heirat neue Verbündete schaffen kann. Wieder ein Buch, bei dem es mir schwer fällt eine Bewertung zu schreiben. Anfangs hat mir das Buch absolut gar nicht gefallen. Erst bei ca. 40% fängt das Buch an für mich besser zu werden als Harald sich anschickt ganz Norwegen für sich zu erobern und es die ersten Schlachten gibt. Der Schreibstil ist ok, konnte mich aber nicht wirklich überzeugen und das Kopfkino war nicht immer gegeben. Gerade am Anfang hatte ich mit den Dialogen ganz arge Probleme, weil ich überhaupt nicht verstanden habe, wie man von dem einen zum anderen Thema kommt. Ich bin ja selber auch ein Profi im geistigen Froschhüpfen, aber da bin selbst ich nicht mitgekommen. Lange Zeit hatte ich auch nicht wirklich das Gefühl einen historischen Roman zu lesen. Die Jahreszahlen über den Kapiteln fehlen vollständig und zu Beginn war es für mich mehr eine nordisch angehauchte Geschichte, die den Weg zweier Geschwister im Norwegen des 9. Jahrhunderts zeigt. Wir bekommen Einblicke in die nordischen Rituale und Gepflogenheiten und sehen im Verlauf des Buches auch die Änderungen, die Harald anstrebt. Mit dem Nachwort klärt sich hier einiges auf. Wirklich gesicherte Erkenntnisse gibt es zu dieser Zeit Norwegens nicht. Die Geschichte von Harald und seiner Eroberung Norwegens wurde erst 4. Jahrhunderte später von Snorri Sturloson aufgeschrieben und so fällt meine Bewertung als historischer Roman doch noch positiver aus. Auch zu den Personen an sich, konnte ich keine wirkliche Verbindung aufbauen. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Ragnvald, Svanhild und Solvis. Alle drei gingen mir teilweise richtig auf die Nerven. Solvi, weil er vor einer Frau nicht zu seinen Taten stehen kann und auch noch ein schlechtes Gewissen bekommt, Ragnvald und Svanhild weil beide teilweise sehr stur sind. Viele Informationen zu den Personen fallen auch lapidar in einem Nebensatz und ich hab mich gefragt, wo das denn nun plötzlich herkommt. Da wurde plötzlich eine gewisse Zuneigung zweier Personen angedeutet, die vorher in keinster Weise zu erkennen war. Oder wo die Person vorher ganz sicher war, dass sie ein mystisches Wesen getötet hat, reicht ein Gespräch aus, um sie vom Gegenteil zu überzeugen. Im Nachhinein war dann plötzlich doch irgendwie alles komisch und so wirklich hat man ja eh nicht dran geglaubt. Hier kommen einige Dinge zusammen, die mich sehr gestört haben, auch wenn sich dies im Verlaufe des Buches gelegt hat. Abgerundet wird der Roman, zusätzlich zum Nachwort, mit einem Personen-, Orts- und Quellenverzeichnis sowie einer kurzen Erklärung zu den Namen, die die Autorin gewählt hat. Gerade bei den Namen finde ich hat die Autorin ein gutes Gespür bewiesen, so dass es für den Leser einfacher wird die Geschichte zu verfolgen. Fazit: Ein mittelmäßiger historisch angehauchter Roman. Gesicherte Fakten gibt es nicht wirklich, aber die Autorin hat durchaus eine interessante Geschichte aus der dürftigen Quellenlage geformt. Wer nordische Geschichte mag und sich für die Heimskringla interessiert, ist in diesem Roman gut aufgehoben.

