Genial vielschichtige Story mit strangen Charakteren und üblem moralischen Beigeschmack.
Inhalt: Nach einer Fehlgeburt und einem längeren Aufenthalt in einem Sanatorium ziehen Alison und ihr Mann Miles in das kleine, eigentümlich Dorf Beulah in Südengland. Das große alte "Priory House" welches Miles von einer Verwandten geerbt hat ist ein Traum und auch wenn die etwas speziellen Bräuche und Nachbarn zuweilen Rätsel aufgeben, wähnt sich Alison im Paradis. Bis zum "Burning Mann", denn obwohl sie, wie auch der Rest des Dorfes dem Alkohol großzügig zugesprochen hat, ist sie sich sicher die Strohpuppe, welche zum Höhepunkt des Festes verbrannt wurde war mehr als nur Stroh und Reisig... Ich bin wirklich schwer begeistert von der Story um die traditionsverwurzelte Dorfgemeinschaft und ihre Riten rund um den heidnischen Jahreskreis. So umfasst die Geschichte genau ein Jahr und springt zeitlich von Feiertag zu Feiertag, an denen weltlichen Regeln und Moralvorstellungen außer Kraft gesetzt werden. Wir begleiten Alison auf ihrer Reise durch vielschichtige Intriegen, Zweifel an ihrem eigenen Verstand und dem Weg zur Selbstfindung. Die Figuren sind allesamt gut ausgearbeitet, jedoch ist keine besonders liebenswert und auch ihre Handlungen sind nicht immer nachvollziehbar - was letztendlich jedoch auch Stilmittel zur Verdeutlichung der Verschrobenheit der Dorfgemeinschsaft ist. Das Buch hat einige Längen und die Spannung ist eher unterschwellig spürbar - was mir persönlich extrem gut gefällt. Allerdings ist es so eher Roman als Thriller, wer also permanente Hochspsnnung und viel Aktion erwartet wird möglicherweise enttäuscht. Obwohl die Geschichte für mich einen unleugbar verstörenden Beigeschmack hat, kann ich sie sehr empfehlen, besonders wenn einem Filme wie zB "Midsommar" gefallen.
