4. Sept.
Bewertung:3

„Die Frauen von der Purpurküste“ ist der erste Band einer Trilogie von Silke Ziegler. Jedes Buch dreht sich um eine andere Frau, die einen Neuanfang in dem französischen Städtchen Collioure wagt. „Isabelles Geheimnis“ ist einer dieser Romane, in denen man sich schon nach wenigen Seiten wohlfühlt. Bereits im zweiten Kapitel war ich mir sicher, dass ich hier bestimmt fünf Sterne vergeben werden. Doch je länger ich weiter las, desto mehr stellte ich fest, dass diese Vermutung wohl übereilt war. Es beginnt so vielversprechend aber dann werden die Dialoge immer hölzener und auch unrealistisch. Man stelle sich das einmal vor... man bewundert die Aussicht, plötzlich stellt sich eine wildfremde Frau neben einen und sagt: „Mein Mann und mein Sohn sind vor drei Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen“. Wer macht denn sowas? Zu Protagonistin Amèlie passt so ein Verhalten allerdings auch wieder. Ich wollte zunächst Mitleid mit ihr haben, da ihre Familie auf so eine tragische Weise von ihr gerissen wurde. Aber ihr ganzes Verhalten ist so ich-bezogen und versnobt. Sie nimmt keine Rücksicht auf die Gefühle ihrer Mitmenschen. Das Haus ihrer Großmutter ist vermietet, doch sie erwartet, dass der Mieter sofort verschwindet, nur weil sie nach Jahren der Abwesenheit unangekündigt auftaucht. Sie begegnet Benjamin mit viel Hass obwohl sie ihn überhaupt nicht kennt. Warum dieser sympathische Mann trotz allem Gefallen an so einer Tussi gefunden hat ist mir rätselhaft. Vermutlich liegt es an ihrem guten Aussehen, denn dieses wird immer wieder betont und in den Mittelpunkt gestellt. Obwohl sie zu ihrer französischen Verwandtschaft den Kontakt abgebrochen hat, wird sie von allen mit offenen Armen begrüßt und die Jahre des Schweigens sind sofort vergeben und vergessen. Sehnsüchtig wartete ich darauf, dass wir endlich mehr über das auf dem Klappentext angekündigte Familiengeheimnis erfahren. Endlich, nach ca. 100 Seiten, erhält Amélie ein Tagebuch ihrer Großmutter. Hier erfahren wir mehr über ihre Jugend im besetzten Frankreich während des zweiten Weltkriegs. Ich fand es sehr interessant, den Krieg einmal nicht aus Sicht der Deutschen zu erleben, sondern dass uns dieser Roman vor Augen führt, wie schrecklich sich unsere Vorfahren in einem fremden Land aufgeführt haben. Die Geschichte über die Jugendliebe von Isabelle war für mich das Highlight des Romans. Leider nehmen die Einschübe aus dem Tagebuch höchstens ein Viertel des Buchs ein. Kurios ist, dass Amélie tagelang gebraucht hat, um die Aufzeichnungen zu lesen und ihre Oma immer wieder drängeln musste, ob sie schon fertig ist. Vermutlich war ihr Tagebuch länger, als das Abgedruckte.... „Die Frauen von der Purpurküste – Isabelles Geheimnis“ endet dann auch komplett vorhersehbar ohne jede Überraschung. Insgesamt fand ich dieses Buch leider nur mittelmäßig. Dennoch würde ich der Reihe eine weitere Chance geben, denn der Klappentext des zweiten Teils hört sich um einiges interessanter an.

Die Frauen von der Purpurküste – Isabelles Geheimnis (Die Purpurküsten-Reihe 1)
Die Frauen von der Purpurküste – Isabelles Geheimnis (Die Purpurküsten-Reihe 1)von Silke ZieglerUllstein Taschenbuch Verlag
23. Sept.
Bewertung:4

mélies Leben ist komplett aus den Fugen geraten. Sie kann nach einem Schicksalsschlag nicht zurück ins Leben finden. Daraufhin beschließt sie nach Collioure zu fahren und im Haus ihrer Großmutter eine Auszeit zu nehmen. Bei einem Besuch bei ihrer Großmutter im Seniorenheim drückt diese ihr ein altes Tagebuch in die Hand, mit dem Auftrag es zu lesen. Bei der Lektüre stellt sich heraus, dass ihre Großmutter ihr Leben lang ein Geheimnis gewahrt hat, das nun gelüftet werden soll. Am Anfang fiel es mir etwas schwer ins Buch zu kommen, weil mir Amélie in ihrem Jammertal ein wenig auf den Keks ging. Sie scheint unter einer Depression zu leiden und lässt niemanden an sich heran. Umso erstaunlicher ist dann allerdings die Veränderung, die dann in Collioure vor sich geht. Hier schafft sie es, sich wildfremden Menschen zu öffnen und relativ schnell ins Leben zurück zu finden. Das ist aber auch der einzige Kritikpunkt, den ich an dem Buch habe. Die Geschichte von Isabelle, Amélies Großmutter, ist wirklich tragisch und zeigt, dass man Menschen nicht nach ihrem Äußerem oder ihrer Nationalität beurteilen sollte. Die Nebenfigur des Benjamin, dem unerwarteten Mitbewohner Amélies, bleibt lange im Dunkeln und löst sich erst spät auf. Der Schreibstil ist spannend und das Kopfkino läuft auch von Anfang an. So hat man sowohl die Geschichte in der Gegenwart, als auch die in der Vergangenheit sofort vor Augen. Und die Baguettes und die Dips, die Amélie kreiert, würde ich gerne mal probieren. Auch die Gegend um Collioure muss wunderschön sein, ein Platz, an dem man auch gerne Urlaub machen würde. So kann ich dieses Buch durchaus empfehlen und auch die folgenden Bände werde ich im Auge behalten.

Die Frauen von der Purpurküste – Isabelles Geheimnis (Die Purpurküsten-Reihe 1)
Die Frauen von der Purpurküste – Isabelles Geheimnis (Die Purpurküsten-Reihe 1)von Silke ZieglerUllstein Taschenbuch Verlag
21. Nov.
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Das Setting hat mir unglaublich gut gefallen, ich konnte die Umgebung Südfrankreichs vor meinem inneren Augen sehen. Silke Ziegler hat es geschafft, mich mit Amélie auf eine Reise zu schicken. Amélie ist eine junge Frau, die nach einem schrecklichen Schicksalsschlag den Sinn in ihrem Leben nicht mehr sieht. Sie lebt zurückgezogen in Heidelberg, arbeitet nicht und hat kaum Freunde. Der Tapetenwechsel zu ihrer Familie nach Südfrankreich verändert sie und ihr Leben gewaltig. Ich mag Amélie sehr, sie ist wahnsinnig authentisch und ihre Gedanken waren für mich sehr verständlich. Es ist schön zu sehen, wie sie an der Küste wieder zu sich selbst und vor allem zu Lebensfreude zurückfindet. Außerdem stößt sie auf die Geschichte ihrer Großmutter, die seit Jahren ein Geheimnis mit sich trägt... Das kleine Städtchen hat seinen ganz eigenen Charme und hat mir sehr gefallen. Gerade die Bewohner machen diesen Ort so liebenswert. Es gibt keinen Charakter, den ich nicht lieb gewonnen habe. Dieses Buch ist zum Wohlfühlen, Entspannen und Loslassen. Es hat mir wahnsinnig gut gefallen und ich freue mich sehr auf die beiden weiteren Teile der Trilogie!

Die Frauen von der Purpurküste – Isabelles Geheimnis (Die Purpurküsten-Reihe 1)
Die Frauen von der Purpurküste – Isabelles Geheimnis (Die Purpurküsten-Reihe 1)von Silke ZieglerUllstein Taschenbuch Verlag
3. Aug.
Bewertung:4

Ein sehr schönes Sommerbuch! »Die Frauen von der Purpurküste - Isabelles Geheimnis (Die Purpurküsten-Reihe 1)« von Silke Ziegler handelt von Amélie, die nach ihrem Schicksalsschlag erstmal eine Auszeit braucht. Sie reist in ihre Heimat Collioure und ist wenig überzeugt davon, dass ihre Tante dad obere Stockwerk an den Journalisten Benjamin vermietet hat. Als sie ihre Großmutter Isabelle im Seniorenheim besucht, überreicht diese ihrer Enkelin ein Tagebuch mit einem Geheimnis darin, von dem niemand etwas weiß. Benjamin und Amélie versuchen gemeinsam das Geheimnis zu lüften und sie genießt mehr und mehr seine Nähe. Aber ist sie schon bereit dafür? Ich fand die Geschichte rund um die Baguetterie, das Geheimnis, Benjamin und Amélie, aber auch alle weiteren Geschehnisse sehr unterhaltsam. Vor allem die Tagebucheinträge haben es mir angetan. Das Buch spielt zeitlich also im »heute« und in der Jugend der Großmutter, während des 2. Weltkriegs. Vorallem mit Amélie konnte ich mich gut identifizieren, weil sie so echt wirkt. Das Buch bekommt von mir 4 Sterne!

Die Frauen von der Purpurküste – Isabelles Geheimnis (Die Purpurküsten-Reihe 1)
Die Frauen von der Purpurküste – Isabelles Geheimnis (Die Purpurküsten-Reihe 1)von Silke ZieglerUllstein Taschenbuch Verlag