
*Unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar* Alexander L. Kielland war ein norwegischer Schriftsteller und zählte zu den “Großen Vier” der norwegischen Literatur des 19. Jahrhunderts, er soll mit seinen Werken u.a. Thomas Mann beeinflusst haben. In seinen Romanen setzte er sich oft gesellschaftskritisch mit Armut und Klassenunterschieden auseinander - so auch in seinem letzten Roman “Jakob”. “Jakob” ist die Geschichte des armen Bauernsohns Tørres Snortewold, der von einem Leben im Wohlstand träumt und sich diesen in der großen Stadt als Kaufmann erarbeiten möchte. Während er offen und zuversichtlich auf die Städter:innen zugeht, finden diese ihn im besten Fall ulkig und naiv - im schlechtesten Fall behandeln sie ihn als störenden Dorftrottel. Mit viel Disziplin und Raffinesse versucht Tørres, sich die Gepflogenheiten des Bürgertums zu eigen zu machen. Er kommt seinem Traum dabei immer näher, doch nicht ohne dabei auf einige Hindernisse zu stoßen. Neben der Hauptgeschichte ist der Roman ebenfalls eine Analogie auf die biblische Geschichte von Jakob, dem Sohn von Rebekka und Isaak, und dem Bruder von Esau. Im Anhang findet sich eine detaillierte Erläuterung der biblischen Geschichte, mit direktem Bezug zum Roman. Der Roman selbst hat mir Spaß gemacht, er las sich sehr angenehm und wirkte trotz des Alters sehr frisch und lebendig. Die Bibelreferenz hingegen habe ich nur sehr grob überflogen, da mir diese widerum verstaubt und langweilig vorkam - kann für Lesende mit mehr Bibelfreude aber natürlich anders sein. “Jakob” gehört zur #literaturvonwelt Aktion des Kröner Verlags, bei dem jeden Monat ein Buch aus einem anderen Teil der Welt vorgestellt und gelesen wird. Ich kann mir gut vorstellen, nun noch mehr Klassiker von Kielland zu lesen, der mir vorher gänzlich unbekannt war. Übersetzt von Gabriele Haefs.

