25. Apr.
Bewertung:5

Ein herausfordernder, aber sprachlich wirklich überragender Text. Immer wieder hat mir Visky Gänsehaut verursacht mit seinem eindrucksvollen Talent, durch seine außergewöhnlich schöne Sprache von etwas Unsagbar schrecklichem zu erzählen : Unterdrückung, Vertreibung, vom Auseinanderreißen (aber auch dem Zusammenhalt) einer Familie, von Heimatlosigkeit und vom Glauben als wichtige Stütze in einer eigentlich unaussprechlichen Situation. Visky schafft es auf unglaublich dichte, intensive, oft fragmentarische Art und Weise vom Überleben einer Familie in einem totalitären System zu erzählen. Seit Herta Müller hat man wohl keinen derart beeindruckenden Text mehr über das Rumänien zu Zeiten von Ceausescu und seiner Securitate gelesen. Hoch poetisch, sehr verschlüsselt, manchmal sperrig - ein großes Lob auch an die Übersetzung an dieser Stelle. Das war bestimmt kein einfacher Text zum Übersetzen. "Die Aussiedlung" ist wirklich ein unglaublich starkes, eindringliches und intensives Stück Literatur. Eine Herausforderung, ein literarischer Kraftakt, der sich endlich mal wieder abhebt vom oft sprachlich schlichten, belanglosen Einheitsbrei der Gegenwartsliteratur. Fordernde Lektüre? Ja! Aber eine bessere ist aktuell kaum zu finden.

Die Aussiedlung
Die Aussiedlungvon András ViskySuhrkamp
22. Feb.
Bewertung:2

In der Nachkriegszeit wird die Familie eines ungarischen Pastors, eine Mutter mit sieben Kindern in Lager in den Steppengebiete Rumäniens verbannt, nachdem der Vater von rumänischen Geheimdienst abgeholt, gefoltert und ins Gefängnis gesperrt wurde. Liegt es an der Art der Sprache, an der Düsternis der Handlung oder schlicht an der schlechten Übersetzung, man weiß es nicht, der Roman ist nahezu unlesbar.

Die Aussiedlung
Die Aussiedlungvon András ViskySuhrkamp