Ich finde, dieses Buch entzieht sich jeglicher Bewertung. Es besteht aus drei Teilen und es hat jedes Mal gedauert, in jeden einzelnen Teil hineinzugelangen, dann war ich drin und ein neuer Teil kam. Das war nervig. Ich find's schwer zu sagen, worum es ging, noch schwerer, wie es geschrieben ist. Für mich war Teil 1 eine Ansammlung von psychischen Störungsbildern, aber auf die gute literarische Art, die einem ein verrücktes Denken näher bringt. In Teil 2 begegnen wir dann diesen Störungsbildern wieder, aber aus der Sicht von Raspe, einem frisch approbiertem Arzt, der anfängt in der Psychiatrie zu arbeiten. In Teil 3 hat dieser Raspe, glaube ich zumindest, der Psychiatrie den Rücken gekehrt, um wie der Autor, der selbst auch Arzt ist, in die Kultur zu gehen, sprich: Literatur zu machen. Irgendwie so. Das ganze ist mächtig sprachgewaltig, skurril und verwirrend geschrieben, pathetisch an der einen und bewundernswert an der anderen Stelle. Also, der Kreis dieser Rezi schließt sich, wenn ich sage: Ich kann dafür keine Sterne vergeben, aber schaut es euch an, wenn ihr gegen mühsame Lektüren nichts einzuwenden habt, und macht euch selbst ein Bild.
28. Dez.28. Dez. 2025
Irrevon Rainald GoetzSuhrkamp
