29. Dez.
Bewertung:3.5

In einer nicht allzu weit entfernten Zukunft ist es den Kriminologen gelungen, potentielle Serienmörder anhand einer Unregelmäßigkeit in einer Hirnregion zu erkennen. Ein Großteil der männlichen Bevölkerung wird getestet, die potentiellen Mörder werden über ihren Risiofaktor aufegklärt, bleiben aber frei, wenn sie bisher nicht straffällig waren. Um eine soziale Ächtung zu verhindern werden ihre Daten in einem Computerprogramm verschlüsselt gespeichert, sie erhalten als Codename den Namen eines heraussragenden Mannes der Geschichte. Dem Mann mit dem Decknamen "Wittgenstein" gelingt es, die Namen der potentiellen Täter zu entschlüsseln, er beginnt damit, sie nach und nach umzubringen. Dies inszeniert er auch als intellektuellen Wettstreit mit der Polizei. Wie schon in anderen Büchern von Kerr ist die Grundidee faszinierend, die Ausgestaltung bleibt jedoch hinter dem Potential zurück, weil sich der Autor in Details verliert. Der Aufbau des Romans, der immer wieder Tagebuchauszüge des Täters einblendet, ist zwar einerseits interessant, wird aber andererseits zur Bühne einer belehrenden Darstellung philosophischer Ideen mißbraucht. Dennoch, die Handlung ist spannend, insbesondere die weibliche Kommisarin "Jake" ist interessant.

Das Wittgensteinprogramm
Das Wittgensteinprogrammvon Philip KerrROWOHLT Taschenbuch