Ein weiteres Meisterstück
**** Mein Eindruck **** Teil 2 der Krimireihe rund um das Ruhrgebiet und den Bergbau konnte mich genauso fesseln wie der erste Teil. Der Bergbau wird hier auf authentische Weise in die Handlung eingebunden, frisch und auf eine andere Art, sodass sich nichts wiederholt – und das hat mich wirklich sehr positiv überrascht. Im ersten Band war der Anfang so genial, dass ich dachte, daran könne man nicht mehr anknüpfen, doch weit gefehlt: Auch in diesem Buch habe ich mich erneut gefragt, wie viel davon tatsächlich Wirklichkeit sein könnte. Der Fall wirkt sehr realistisch, die dargestellten Korruptionsstrukturen sind schockierend und dennoch glaubwürdig – sie passen erschreckend gut in die Welt, in der wir leben. Ebenfalls gelungen ist die Einbindung der Zuwanderung aus arabischen Ländern ins Geschehen: emotional aufwühlend und überzeugend dargestellt. Im Zentrum stehen eine Frau, die nicht mehr weiß, wer sie ist, ein brutal ermordeter Mann in der Villa eines ehemaligen Zechendirektors und unsere liebgewonnene Forensikerin und Ermittlerin mittendrin. Spannung pur – von der ersten bis zur letzten Seite. Die hochbrisante Ruhrpothistorie wird erstklassig mit den heutigen Folgen verknüpft, sodass die Reihe nicht nur kriminalistisch, sondern auch kulturell und gesellschaftlich sehr viel zu bieten hat. Es ist immer wieder ein Genuss, mehr über die eigene Heimat zu erfahren, und diese Krimis tauchen tief in die Psychologie des Ruhrgebiets ein. **** Empfehlung? **** Für alle, die packende Krimis lieben, die historische Hintergründe, gesellschaftliche Realität und starke, authentische Figuren vereinen. Wer Spannung, Ruhrpott-Flair und tiefgehende Charaktere sucht, wird an diesem zweiten Band der Reihe ebenso wenig vorbeikommen wie am ersten.
