Historischer Spannungsroman mit leicht phantastischen Zügen, der das früh-viktorianische London aufleben lässt.
Im chaotisch-schmutzigen viktorianischen London verdient sich der junge Dodger seinen Lebensunterhalt mit der Suche nach verlorenen Wertgegenständen in der Kanalisation. Als er eine geheimnisvolle junge Frau vor ihren Verfolgern rettet und danach vor ihren Verfolgern schützt, beginnt er mit Glück und Cleverness einen märchenhaften Aufstieg, der ihn mit historischen Figuren wie Charles Dickens und Disraeli zusammenbringt. Für mich ist der Roman ein historischer Thriller mit leicht fantastischen Zügen. Neben Dodger spielt die Stadt mit ihren schmutzigsten, elendesten und brutalsten Facetten die Hauptrolle. Pratchett erweckt das mit anschaulichen Schilderungen und illustren Charakteren zum prallen Leben. Ein klein wenig erinnert das an den magischen Realismus lateinamerikanischer Autoren, aber mit einem britischen Augenzwinkern. Dem Autor geht es nicht um Sozialkritik oder Betroffenheit. Es geht um Unterhaltung und Spannung. Dabei ist die Handlung als solche nicht übermäßig packend oder originell. Aber sie bringt die Geschichte hinreichend voran und liefert Gelegenheit, saftige Details auszubreiten. Das Buch hat mich schnell gepackt und durchgängig unterhalten. Lediglich ab ca S. 300 habe ich ich paar leichte Längen verspürt: Da hatten sich die Portraits etwas erschöpft und der finale Spannungsbogen hatte noch nicht zum Finale angezogen. Aber geschenkt. Mir ist der Schmöker als Terry Pratchett- Einstieg empfohlen worden und ich werde dem Autor sicher weitere Chancen geben.






