Der Roman rund um die Cap-Arcona-Katastrophe überzeugt vor allem durch seine historische Ebene. Die Schilderungen aus dem Konzentrationslager Neuengamme sind extrem eindringlich und teilweise kaum auszuhalten – gerade dadurch aber auch sehr wirkungsvoll und glaubwürdig. Hier merkt man die intensive Recherchearbeit der Autorin deutlich. Weniger packend empfand ich dagegen den Gegenwartsstrang rund um den Kriminalfall, der stellenweise etwas langatmig wirkt und emotional nicht ganz mithalten kann. Trotz kleiner Schwächen ein wichtiges Buch, das vor allem durch seine starke historische Aufarbeitung im Gedächtnis bleibt.
Erschütternde KZ-Schilderungen und starke Recherche, aber der Gegenwarts-Krimi bleibt zu langatmig und weniger packend.
Der Roman rund um die Cap-Arcona-Katastrophe überzeugt vor allem durch seine historische Ebene. Die Schilderungen aus dem Konzentrationslager Neuengamme sind extrem eindringlich und teilweise kaum auszuhalten – gerade dadurch aber auch sehr wirkungsvoll und glaubwürdig. Hier merkt man die intensive Recherchearbeit der Autorin deutlich. Weniger packend empfand ich dagegen den Gegenwartsstrang rund um den Kriminalfall, der stellenweise etwas langatmig wirkt und emotional nicht ganz mithalten kann. Trotz kleiner Schwächen ein wichtiges Buch, das vor allem durch seine starke historische Aufarbeitung im Gedächtnis bleibt.
Erschütternde KZ-Schilderungen und starke Recherche, aber der Gegenwarts-Krimi bleibt zu langatmig und weniger packend.
Krimi trifft Historiendrama In dem Buch "Unter dem Strand" von Turid Müller treffen sich zwei Genre und eine reale historische Katastrophe zu einem interessanten Gesamtpaket.
Das Cover lässt die regionalen Bezüge zur Küste, ebenso wie die düstere Stimmung gut anklingen. Im Laufe der Geschichte lässt die Autorin uns an den vergangenen menschlichen Dramen um einen KZ-Häftling, bis zum Untergang der Cap Arcona in der Lübbecke Bucht und einer in einem Mordfall ermittelnden Journalistin in der Gegenwart teilnehmen. Die abwechselnden Kapitel sind mit Daten versehen und der Schreibstil und die Stimmung den Hauptcharakteren angepasst. Gerade zu Beginn treten noch weitere Kapitel in Ich-Perspektiven auf, die aber erst am Ende des Buches ein stimmiges Bild in der Geschichte ergeben. Beim Blick auf den gesamten Roman sind ein paar kleinere Elemente, die mir nicht so gut gefallen haben. Während mir bei dem Juden eine Zeitspanne im KZ zu wenig Beachtung fand, vor allem eine besondere Situation während einer Krankheitswelle im KZ, die wichtige Auswirkungen auf sein Leben hat. Dahingehen erfährt man "zu viel" von der Journalistin. Dort gibt es viele nicht zu Ende geführt Andeutungen zu ihrer Vergangenheit und Nebenschauplätze (u. B. Tinder-Stories, ihre Schwester). Manche dieser Informationen machen Sinn für mich, wenn dies der erste Band einer Reihe wäre. Insgesamt hat dieses Buch mit über 500 Seiten schon einiges zu bieten, viele Informationen für Lesefreunde von „Historiendramen“ sowie den in der aktuellen Zeit spielenden Kriminalfall. Ich habe dieses Buch gerne gelesen und empfehle es, trotz der kleinen Unstimmigkeiten, gerne weiter.
Geschichte spannend aufgearbeitet
Die Journalistin Cay ist in der Lübecker Bucht unterwegs, um für einen Zeitungsartikel zum Jahrestag der Cap-Arcona Tragödie zu recherchieren. Eine am Strand angespülte Leiche erschwert diese Recherchen jedoch. Durch den Blickwinkel des jüdischen KZ-Häftlings Léon, bekommen wir einen direkten Einblick in die letzten Kriegsjahre und den Untergang der Cap-Arcona. Die Grausamkeiten der Nazis werden wirklich eindrücklich beschrieben. Auch wenn ich es mir wahrscheinlich nie wirklich vorstellen kann, wie schlimm es war, bekomme ich durch dieses Buch dennoch einen besseren Eindruck. Gerade auch durch die örtliche Nähe, werde in Zukunft mit einem anderen Blick an den Ehrenfriedhöfen/Denkmälern vorbeigehen und vermutlich auch einen Augenblick länger verweilen. Besonders zu Beginn des Buches, bin ich über einige Formulierungen gestolpert. Diese sollten vermutlich die Journalistin “hip” erscheinen und im anderen Falle die Bedrückung der Vergangenheit etwas auflockern. Mir haben sie das Lesevergnügen jedoch etwas vermindert. Genauso ging es mir mit vielen verschachtelten Sätzen, die ich teilweise mehrmals lesen musste, um den Inhalt zu verstehen. Alles in allem ist “Unter dem Strand” ein absolut lesenswertes Buch, welches Vergangenheit und Gegenwart spannend miteinander vereint.


