
Das Schrecken vom Chiemsee und ein guter Start einer neuen Krimireihe
Ein berühmtes Klischee bei Krimis ist oft, dass der Mörder immer der Gärtner ist. Doch bei dem Krimidebüt von Maurice Richardson ist der Gärtner das erste Opfer und scheidet daher als Täter aus. Robert Dietrich kümmert sich eigentlich um den Garten des Schlosses auf der Herreninsel und wird tot an einer Anlegestelle unter einer alten Erle aufgefunden. Statt Tagesausflügler und Tourismus kommt die Mordkommission auf die beschauliche Insel und sorgen für Aufruhr. In dem Süden von Deutschland rund um München habe ich weder Urlaub gemacht oder mich intensiv mit dem Chiemsee und seinen Inseln mitbeschäftigt. Desto größer freue ich mich, dass ich durch das Buch wieder eine neue Gegend in Deutschland kennengelernt und vor allem ein tolles Setting mit einer atemberaubenden Landschaft und Architektur. Der Auftakt einer neuen Krimireihe mit der Kommissarin Kaya Benaty kam für mich unerwartet und überraschend. Mit etwa 320 Seiten hat das Buch trotz der geringen Seitenanzahl unglaublich viel zu bieten. Ein Serienmörder treibt sein Unwesen und Kaya und ihre Kollegen ermitteln unter Hochdruck, obwohl Kaya nicht nur früh gebremst wird und gleichzeitig auch mit ihrem Kollegen keinen leichten Start hat, gibt sie nicht auf. Schade, dass die Hintergrundgeschichte von Kaya Benaty einige Fragen offen lässt. Auch hätte ich gerne noch ein paar Begegnungen mehr gehabt mit ihrer Mutter und ihren Halbgeschwistern, damit sie sich noch mehr nach all den Jahren der Abwesenheit ihrer Familie öffnet und von ihrem Charakter zeigt. Der Autor selbst schafft es schlussendlich den Chiemsee sowie auch die Stadt Priem für uns Lesern mit einem Täter, der als „Das Schrecken vom Chiemsee“ bezeichnet wird im restlichen Deutschland mörderisch gut darzustellen und einen guten Start einer Reihe hinzulegen.








