1. Juli
Bewertung:4

Eine kurzweilige, äußerst romantisch-dramatische Geschichte in zwei Zeitsträngen, die sich angenehm liest. Leider wurden mir hier zu viele Klischees bedient.

Auf zwei Zeitebenen erzählt das Autorinnenduo die berührende Liebesgeschichte von zwei Menschen aus unterschiedlichen Ländern, mit unterschiedlichen kulturellen hintergründen, unterschiedlichen Werten. Und doch ist die Verbindung, die sie von Anfang an spüren können, direkt greifbar und sehr stark, sodass sie sich über Generationen hinweg fortspannt. Yueliang und Ethan, praktisch zusammen aufgewachsen, erkennen, dass sie mehr sind als nur Freunde. Doch im Hintergrund lauern Gefahren. Ethans gewalttätiger, alkoholkranker Vater, der die Existenz der Familie aufs SPiel setzt und die eigene Bäckerei mehr und mehr vernachlässigt. Ethan schuftet sich zu Tode, will die Familie unterstützen. Und auch Yueliang hilft ihm heimlich mit ihrem hart erarbeiteten Geld aus. Denn eigentlich will sie zurück nach Honkgong, weg aus dem ihr so fremden, unheimeligen England. Weg vom gehassten Stiefvater, der eigentlich nur Gutes für sie und ihre Mutter will. Doch für Ethan würde sie alles ttun und ihre Pläne über Bord werfen. Luana und Ian lernen sich direkt nach Luanas Ankunft auf St. Iluna kennen - und verlieben sich sofort ineinander. Und wir Lesende wissen natürlich: da bahnt sich eine Liebesgeschichte an. Sowohl Luana als auch Ian sind bereits durch ihre Familiengeschichte unwissentlich miteinander verbunden. Denn Luana ist die Ururgroßenkelin von Yueliang, wöhrend Ians Familie von Ethan abstammt. Beide haben die Läden ihrer Vorfahren übernommen: Luana das kleine Teehaus, Ian die Bäckerei. Und sie beide haben eine düstere Vergangenheit, bestimmt durch Ängste und einem Todesfall. Ians Vergangenheit holt ihn erneut ein und sein persönlicher Dämon will ihm sein neues Leben zur Hölle machen. Und schreckt auch nicht davor zurück, Luana in den Disput hineinzuziehen. Ich bin keine typische Romance-Maus, und auch wenn die Geschichte sehr romantisch-kitschig-übersprühend ist: mir hat sie dennoch gefallen. Die zwei Zeitlinien werden geschickt miteinander verknüpft. Die Szenenwechsel finden nicht einfach mittendrin statt, sondern werden sauber voneinander getrennt. Die Protagonisten sind alle ein wenig zu überzeichnet, die Dramatik ist in meinen Augen etwas überspitzt und insgesamt liest sich die Handlung wie eine Rosamunde Pilcher Verfilmung, gespickt mit Klischees wie dem bösen tätowierten Ex-Knacki, der nicht aus seinen Fehlern gelernt hat oder der schrulligen Oma, die sich nichts sehnlicher wünscht als endlich Enkelkinder zu haben. Und dem overly protective Kerl, der seine kleine Schwester bschützt und dieses Muster bei der Frau, auf die er steht, fortführen will. Und dass niemand so richtig miteinander reden kann oder will. Leute, ihr würdet euch sooo viel Ärger und Arbeit ersparen, wenn ihr einfach REDET! 🤣 Megafette Pluspunkte gibt es aber für den niedrigen spice-Anteil und die ordentliche und zeitgemäße Verhütung. Ladies and Gentleman, wir haben ein Kondom! Das habe ich wirklich gefeiert. Nicht so ganz, dass die unschuldige kleine Luana noch Jungfrau ist und Ian… nun ja, es erst währenddessen mitbekommt. Aber dafür wird auf dem Thema nicht herumgeritten, es macht den Sex nicht noch besonderer, es ist einfach so. Punkt. Ich hatte nur das Gefühl, dass Luana nach dem Sex plötzlich stärker und selbstbewusster wurde? Vielleicht sehe ich hier auch nur Zusammenhänge, die nicht existieren. Ein Happy End gibt es natürlich. Aber dafür ein wirklich schönes. Ich muss sagen, dass mir die Geschichte um Yueliang und Ethan sogar noch besser gefallen hat als die von Luana und Ian. Ich habe tatsächlich mitgefiebert und wollte unbedingt wissen, was aus dem Pärchen geworden ist.

Sommerträume und Mondgebäck in der kleinen Teestube
Sommerträume und Mondgebäck in der kleinen Teestubevon Livia RosePiper