Der Eissalon ist ein spannendes Buch mit einer fesselnden Geschichte und gut entwickelten Charakteren. Stellenweise zieht sich die Erzählung etwas, was den Lesefluss dämpft, aber insgesamt ist es ein gutes, emotionales Leseerlebnis.
Unterhaltsam und kurzweilig
Ein netter, unterhaltsamer und kurzweiliger Roman für zwischendurch oder den Sommerurlaub. Ich liebe solche Bücher, um den Kopf leer zu kriegen. Für mehr als drei Sterne war mir die Geschichte dann doch zu seicht. Trotzdem eine Leseempfehlung. Für jeden, der leichte Romane mag, ist das ein optimales Buch. Eine Liebesgeschichte mit der richtige. Portion Drama und das ganze in einem netten Ambiente rund um den Eissalon in den 50er Jahren.
Karina fliegt von einer Restaurantfachschule, als sie mit einem Lehrer beim Küssen erwischt wird. Da man ihr die Schuld zuschiebt und sie zu Hause nicht mit dem Rausschmiss ankommen will, bleibt sie in Bonn und sucht sich erst einmal ein Zimmer. Dort lernt sie Ricardo kennen, der mit einem Eiswagen durch Bonn zieht, und gemeinsam erfüllen sie sich den Wunsch eine Eisdiele zu eröffnen. Doch als Ricardo von seiner Vergangenheit eingeholt wird und Karina sich ihrer Familie stellen muss, steht alles auf der Kippe. Das Buch steigt gleich mit dem Rauswurf Karinas ein. Sie wird zu der Sache nicht angehört und als liederliches Weib nach Hause geschickt. Das will sie nicht auf sich sitzen lassen und erst nach Hause zurückkehren, wenn sie sich etwas Eigenes aufgebaut hat. Diese Haltung hat mich beeindruckt, Anfangs ist sie sich noch sehr unsicher, aber bald glaubt sie daran, dass die Eisdiele mit Ricardo gemeinsam etwas werden kann. Das private zwischen den beiden ist etwas schwierig, Ricardo knabbert noch sehr an seinen Kriegserlebnissen und kann sich anfangs nicht auf Karina einlassen. Doch im Laufe der Zeit raufen die beiden sich gut zusammen. Der zweite Erzählstrang dreht sich um Erika, die Vermieterin der beiden. Sie ist einsam, trotz ihrer Mitbewohner und als sie sich in einen anderen Mieter des Hauses verliebt, muss sie sich der Vorurteile ihrer Zeitgenossen erwehren, da Henryk gute 15 Jahre jünger als sie ist. Auch hier zeigen sich die die damaligen Ansichten der Gesellschaft recht deutlich. Karina wird eher verurteilt, weil Ricardo nicht standesgemäß ist, die 10 Jahre Altersunterschied sind hier egal. Mir hat das Buch gut gefallen, es liest sich toll und man kann sich das Bonn der fünfziger Jahre gut vorstellen. Die Charaktere haben mir ausgesprochen gut gefallen und auch die Probleme, die sie miteinander haben, fand ich nicht zu übertrieben. Besonders gut beschrieben fand ich Karinas Familie, die sich aus wirklich vielen Charakterköpfen mit festen Meinungen zusammensetzt. Nicht immer einig, aber doch als Familie zusammengehörig. Ich habe das Buch an einem Nachmittag gelesen und hatte einige sehr schöne und kurzweilige Lesestunden. Daher eine Leseempfehlung von mir.


