6. Mai
Bewertung:3

Interessanter Einblick in eine vergangene und mir fremde Kultur; Sind einige Weisheiten des Mönchs Yamamoto Tsunetomo bis heute sinnvoll, so sind doch viele Elemente des bushido nicht nachahmenswert.

Durch Jim Jarmuschs Ghost Dog - Der Weg des Samurai (1999) wurde ich zu der Lektüre des Hagakure angeregt, einer Schrift des Mönchs und Samurais Yamamato Tsunetome (Anfang des 18. Jahrhundert). Neben einigen Weisheiten, die ich einleuchtend fand, die vor allem die Punkte der stetigen Übung, Bescheidenheit, des Einholens von Ratschlägen und des Umgehens mit Fehlern betreffen, war der Rest doch eher ernüchternd und aus heutiger Sicht bisweilen faszinierend grotesk: Für Yamamoto besteht Bushido (der Weg des Kriegers) in allererster Linie in unbedingter Treue zum Fürsten und häufig auch in der Form von Seppuko (ritueller Selbstmord). Kein Wunder, dass das Hagakure, welches Autoritätenhörigkeit gutheißt und kritisches eigenständiges Denken verurteilt, besonders in Japan und Deutschland zur Zeit des Zweiten Weltkriegs an Soldaten gegeben wurde. Daher sollte man das Hagakure durchaus als Kind seiner Zeit betrachten und die Ratschläge, die für den damaligen Berufsstand des Samurai praktisch gewesen sein mögen, heutzutage mit kritischem Abstand lesen.

Hagakure
Hagakurevon Tsunetomo YamamotoPiper