Nette Dorfgeschichten, wenn man sich drauf einlässt
Ich lese wahnsinnig gerne Familiengeschichten und Kindheitserinnerungen aus alter Zeit. „Kartoffeln mit Stippe“ ist geradezu ein Paradebeispiel für dieses Genre. Ilse und ihre Geschwister wachsen in den dreißiger Jahren in einem Forsthaus in Brandenburg auf. Ihr Vater ist ein Graf, doch großen Standesdünkel gibt es nicht, im Gegenteil, die Kinder sind ganz normal mit den Dorfkindern befreundet und erleben eine Kindheit, wie es sie heute wohl kaum noch gibt – in der Natur, mit Tieren, ohne großen Druck durch die Schule. Auch wird diesen Kindern viel mehr zugetraut als das heute gewohnt ist, etwa im Umgang mit Werkzeugen. Die Geschichten sind kurios, teilweise gar nicht so harmlos, wie man vielleicht erwarten würde, und die Charaktere echte Originale, die richtig Spaß machen. Ich habe es bisher wirklich selten erlebt, dass ich mir von den Personen so ein klares Bild machen konnte. Am allerbesten fand ich Onkel Heinrich und seinen Ausspruch: „Sie ist ja recht hübsch, aber Katzen haben so was Animalisches.“ Fazit: Lasst euch dieses Buch nicht entgehen, es ist wunderbare Unterhaltung und entführt in eine Welt weit weg von unserem Alltagsstress.

