20. Dez.
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Bewertung:4

Die Lotosschuhe ist definitiv kein Buch für zwischendurch. Zu Beginn fiel mir der Einstieg ehrlich gesagt nicht leicht. Die vielen chinesischen Bezeichnungen für Mutter, Vater, Tanten und weitere Familienmitglieder wirkten zunächst verwirrend und haben das Hineinfinden in die Geschichte erschwert. Ich habe mir dann ganz bewusst Zeit genommen, längere Leseabschnitte eingeplant und mich voll auf die Geschichte eingelassen – und ab diesem Punkt entstand ein klarer roter Faden. Die Handlung spielt am Ende des 19. Jahrhunderts, und zeigt sehr eindrücklich, wie stark Frauen zu dieser Zeit gesellschaftlich eingeschränkt und unterdrückt waren. Die Regeln waren strikt, unumstößlich und wurden von allen Familienmitgliedern mitgetragen und durchgesetzt. Besonders eindrucksvoll ist das ständige Wechselbad der Gefühle zwischen zwei Welten: dem Leben als wohlhabende, privilegierte Frau und dem Dasein als Dienerin ohne echte Perspektive. Die Kapitel wechseln zwischen diesen beiden Sichtweisen und machen die enormen Gegensätze und Ungerechtigkeiten dieser Zeit spürbar. Frauen aus der Unterschicht hatten kaum Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben – ein Umstand, der beim Lesen oft sprachlos macht. Das Buch vermittelt sehr intensive Einblicke in die chinesische Kultur, in gesellschaftliche Zwänge, Hierarchien und Traditionen. Es ist stellenweise schwer auszuhalten, aber gerade dadurch auch unglaublich eindrucksvoll. Für mich war es eine bereichernde, wenn auch fordernde Lektüre – und eine, die noch lange nachwirkt. Ein anspruchsvoller historischer Roman, der bewegt, aufrüttelt und dankbar macht, nicht in dieser Zeit gelebt zu haben. ----- #buchrezension #historischerroman #dielotosschuhe #janeyang #piperverlag

Die Lotosschuhe
Die Lotosschuhevon Jane YangPiper
13. Nov.
Bewertung:4

Gefangen in Traditionen

In diesem Roman wird das Leben Linjings, einer Chinesin aus einer angesehenen Familie und ihrer Sklavin Kleine Blume erzählt. Diese beiden sind nur ein Beispiel für das Schicksal, das chinesische Frauen im 19. Jahrhundert erdulden mussten.  Gefangen in alten Traditionen werden die Füße verkrüppelt, Ehen im Kindesalter vereinbart und jeglicher Wunsch auf ein selbstbestimmtes Leben im Keim erstickt. Der Schreibstil ist flüssig und einfühlsam, aber für mich nicht vergleichbar mit dem Roman "Geisha",  wie im Klappentext erwähnt.

Die Lotosschuhe
Die Lotosschuhevon Jane YangPiper
13. Aug.
Bewertung:4

Alte Traditionen, Neid und Missgunst

„Die Lotusschuhe“ ist ein gut recherchiertes Buch und lässt einen in die Welt gut eintauchen. Zwei Charaktere sind prominent in diesem Buch und es werden die Geschichten dieser zwei Charaktere erzählt. Dadurch bleibt es abwechslungsreich und beide Charaktere lassen sich gut lesen. Mir ist es zum Ende hin ein Drama zu viel geworden, da ich mir dachte, irgendwann gibt’s auch zu viele miese Situationen. Beim Klappentext stand, wer die Geisha mochte, wird das hier auch lieben: Also das war ein mutiger und sehr hochgestochener Vergleich. Man sollte aber nicht erwarten, dass das Werk gleichstark ist.

Die Lotosschuhe
Die Lotosschuhevon Jane YangPiper
1. Aug.
Bewertung:4

Die Lotusschuhe zeigt, wie schwer und tragisch das Leben für Frauen im China des 19. Jahrhunderts war, in dem Mütter ihren Töchtern die Füsse verkrüppelten, damit sie als schön galten und in eine gute Ehe vermittelt werden konnten. In der Ehe lebten sie oft abgeschottet in einem haremähnlichen Haushalt, dominiert von der Schwiegermutter, wo Frauen untereinander um Anerkennung und Einfluss kämpften – immer im Schatten eines patriarchalen Systems, das ihnen kaum Platz für Selbstbestimmung ließ. Die Hauptfigur des Buches steht stellvertretend für Themen wie Gehorsam, Ehre, familiäre Erwartungen und Selbstaufgabe – und trotzdem kämpft sie mutig um ein Stück Freiheit und Menschlichkeit. Der Schreibstil ist flüssig und leicht zugänglich.

Die Lotosschuhe
Die Lotosschuhevon Jane YangPiper
14. Apr.
Bewertung:4

Gefühlvoll, gut recherchiert

Dieses Buch war ein Auf und Ab der Gefühle. Jedes Mal, wenn etwas Hoffnung aufkommt, wird diese, ein paar Seiten weiter wieder zerstört. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und gut nachvollziehbar, die Recherche zu den zeitlichen Begebenheiten ist hervorragend gelungen. Die Charaktere sind komplex konstruiert, als Opfer in der patriarchalischen Zeit des späten 19. Jhdt.

Die Lotosschuhe
Die Lotosschuhevon Jane YangPiper