22. Feb.
Bewertung:3.5

Lesempfehlung für Imposter, alle mit schlechtem Gewissen an unproduktiven Tagen und diejenigen, die gelassener durchs Leben gehen wollen

Inhaltlich sehr interessant und ich konnte einiges für mich mitnehmen. Im Englischen als nicht-Muttersprachlerin für mich wegen der oft langen Satzkonstrukte und vielen Fachbegriffen aus der Forschung leider wirklich zäh zu lesen. Toll fand ich die Kapitelaufteilung und die praktischen Tipps für den Alltag am Ende jedes Kapitels, bei denen ich definitiv versuchen werde, ein paar davon anzuwenden. Die zweite Hälfte des Buchs hat mich stärker abgeholt als die erste. Grundsätzlich hab ich ein kleines Störgefühl mit den Empfehlungen des Autors: Einer durchschnittlichen Arbeitnehmerin, vor allem wenn noch ordentlich Care-Arbeit on top kommt, zu empfehlen, an 2-3 Tagen pro Woche keinerlei Dinge zu tun, die als Verpflichtung wahrgenommen werden, oder 3-4 mal pro Jahr für mehrere Wochen Urlaub zu machen, geht leider sehr an den realen Lebensbedingungen vorbei. Dessen ist sich der Autor auch bewusst und spricht das selbst an, aber wenn er diesen Gap zwischen Realität und Empfehlung aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse schon anerkennt, hätte ich mir mehr wirklich umsetzbare Tipps und alltagsnahe Einordnung für den Umgang damit gewünscht.

the brain at rest
the brain at restvon Joseph JebelliPiper
31. Okt.
Ruhe als Gehirnbizeps

Ruhe als Gehirnbizeps

Wenn dein Kopf sich manchmal wie ein überhitztes WLAN-Modem anhört und du schon „Error 404 Gehirn nicht gefunden“ fühlst, dann ist das hier deine Einladung auf die mentale Parkbank. Joseph Jebelli haut nicht die klassische „Mehr schaffen, schneller, höher“-Keule raus – er sagt: Setz dich hin. Stille. Wolken. Fertig. Und ja, das fühlt sich erstmal wie Cheaten im Erwachsenen-Modus an. Der Typ packt Neurowissenschaft in so einen freundlich-nerdigen Ton, dass man plötzlich ernsthaft darüber nachdenkt, „Tagträumen“ als vollen Kalendereintrag zu führen. Die Idee dahinter: Unser Gehirn arbeitet am besten, wenn wir kurz mal auf Durchzug schalten. Nicht Netflix-Durchzug, sondern echten, herrlich unproduktiven Leerlauf. Klingt verdächtig nach faul sein – am Ende nennt man es aber kreativer Boost und wirkt unfassbar erwachsen dabei. Richtig stark sind die Einblicke in Studien und Alltag: Spaziergänge, Fenster-starren, einfach mal gedanklich in den Himalaya flitzen, während man eigentlich nur im Bus sitzt. Jebelli hat so eine sympathische Art zu zeigen, warum gerade diese „Nichts-Momente“ unser Hirn auf Turbo schalten. Und ganz ehrlich: Wenn Ruhe uns smarter macht, bin ich offiziell Profisitzer. Nicht ganz perfekt? Ein paar Abschnitte wiederholen die gleiche Botschaft – „Pause gut, Dauerstress böse“. Trotzdem bleibt das Ganze motivierend ohne Esoterik-Vibe. Am Ende fühlt sich das Buch an wie ein liebevoller Schlag auf die Schulter: Geh raus, guck Wolken und nenn das produktiv. Und plötzlich sitzt man da, starrt in die Luft, Tochter sagt: „Papa, du chillst schon wieder?“ – und man antwortet stolz: „Nenn es Hirntraining, junge Dame.“

the brain at rest
the brain at restvon Joseph JebelliPiper
27. Sept.
Bewertung:4.5

Warum wir Erholung und Pausen brauchen

Ein sehr wichtiges Buch, das neueste Forschungen zum Gehirn in sich vereint. Gut lesbar für ein breites Publikum ohne Vorkenntnisse. Nicht mein erstes Buch zum Thema, aber dennoch: wichtige Aspekte wie Schlaf, Bewegung oder Waldbaden werden angesprochen und erklärt, wie das Gehirn darauf reagiert. Und dass man Erholung braucht, um leistungsfähig zu bleiben - das habe ich durch dieses Buch nochmal deutlich verstanden. Abzug gibt es für Schriftart und Satz, zu klein und wenig Absätze. Zudem gehe ich nicht bei allem mit, was der Autor sagt, z.b. beim Thema Videospiele.

the brain at rest
the brain at restvon Joseph JebelliPiper