Sieben beste Tage – Sieben Tage mit Berti, Mia und den Anderen, aber war es wirklich ein Vergnügen?
Ich habe „Sieben beste Tage“ von Tim Boltz gelesen und war sieben Tage lang mit Berti Körner unterwegs – aber ob das wirklich ein Vergnügen war, da bin ich mir nicht sicher. Die Geschichte spielt im Sommer 1988 und dreht sich um Berti, der sich mit ziemlich schrägen Jobs über Wasser hält: Er schwitzt für andere Botschaften und Grüße in sein T-Shirt und führt sogar den toten Hund einer Gräfin spazieren. Als er für ein paar Tage die Villa der Gräfin hüten soll, hält ihn plötzlich jeder für einen reichen Lebemann. Für Berti scheint ein Traum in Erfüllung zu gehen – bis er auf Mia trifft. Mia ist todkrank und steht kurz vor einer schweren Operation. Berti verliebt sich Hals über Kopf in sie und nimmt sich vor, ihr in den sieben Tagen bis zur OP ihre größten Wünsche zu erfüllen. Was nach einer rührenden Liebesgeschichte klingt, ist bei Boltz allerdings ein ziemlich verrücktes Abenteuer voller absurder Einfälle und Schwindeleien. Denn Berti ist notorisch pleite – wie soll er Mia also eine Fahrt auf der Route 66 oder eine Safari ermöglichen? Mit viel Fantasie und einer ordentlichen Portion Dreistigkeit versucht er, das Unmögliche möglich zu machen. Die Grundidee fand ich eigentlich schön und hatte mir eine Mischung aus Humor und Herz erhofft. Leider hat mich das Buch aber nicht wirklich berührt. Vieles wirkt sehr überdreht, die Situationen sind oft so klamaukig und überzogen, dass ich als Leser nie richtig in die Geschichte eintauchen konnte. Die Figuren bleiben ziemlich oberflächlich und bedienen viele Klischees – Berti als liebenswerter Loser, Mia als geheimnisvolle, kranke Schönheit. Es fehlt an echten Gefühlen und Tiefe, die das Ganze glaubwürdig machen. Der Schreibstil ist locker und flott, das muss man Tim Boltz lassen. Für zwischendurch kann das Buch durchaus unterhalten, und ein paar schräge Szenen haben mich auch zum Schmunzeln gebracht. Aber insgesamt bleibt „Sieben beste Tage“ für mich ein Abziehbild typischer Romane in diesen Genre - vorhersehbar, voller Klischees und ohne große Überraschungen. Mein Fazit: Ich war sieben Tage mit Berti unterwegs. War es eine Freude? Ich bin mir nicht ganz sicher. Für einen leichten Lese-Snack zwischendurch ist das Buch okay, aber es gibt in diesem Genre definitiv bessere Alternativen. Von mir gibt es 2,5 Sterne.
