Umfangreiches Buch zur Raumwahrnehmung der römischen Antike
Die Habilitationsschrift von Brodersen ist von besonderem Interesse, wenn man sich über die verschiedenen Modi der römischen Raumwahrnehmung weiterbilden will. Eindrücklich räumt Brodersen mit falschen Annahmen über die Antike und alten, nicht hinterfragten Konzepten zahlreicher Altphilologen, Archäologen und Althistorikern auf. Eine maßstäbliche Kartographie ging zu Beginn des Mittelalters somit nicht verloren, sondern, entgegen der damaligen Forschungsmeinung, existierte in der römischen Antike schlichtweg einfach nicht. Das Konzept stammt für den europäischen Kontinent erst in der Neuzeit. Dennoch analysiert Brodersen anschaulich, dass dies für die Raumwahrnehmung in der römischen Antike keinen Nachteil bedeutete und andere Modi den Groß-, Mittel- und Kleinraum effizient für verschiedene Zwecke einteilten.
