29. Juni
Bewertung:3

Ein Buch zum Grübeln. Meinung Optisch spricht dieses Buch sehr an und verleitet zum Kauf. Der Titel signalisiert in Verbindung mit dem Cover eine schöne Geschichte, die durch turbulente Zeiten führt. Die Blautöne sind vielfältig und vermischen sich zu einem schönen Bild. Wie man dem Text auf dem Buchrücken schon entnehmen kann, befindet man sich in London des Jahres 1939 – der Krieg ist in vollem Gange, die Bomber fliegen. So kommt es, dass der kleine Noel aus der Hauptstadt evakuiert wird und bei Miss Vee in St. Albans landet. Für Menschen, die nicht aus dieser Zeit stammen, ist es fast unmöglich, sich dieses Bild des Krieges vor Augen zu führen, weswegen es an einem Autor liegt, in so einer Geschichte das entsprechende Bild zu vermitteln. Lissa Evans hat mir ausgebombte Straßen und Häuser sehr bildlich vor Augen geführt. Manchmal hat sie dafür keine großen Worte und Umschreibungen gebraucht, nur einen Nebensatz. Allgemein hatte ich beim Lesen das Gefühl eine ganze Umgebung vor Augen geführt zu bekommen, ohne große Anstrengungen aufzunehmen. Die Autorin hatte ein feines Händchen für Details, die mir das Gefühl gaben, im Jahre 1939 angekommen zu sein. Sie hat mich in der Zeit zurück versetzt. Besonders angetan bin ich bei diesem Buch von den Charakteren, die alles andere als gewöhnlich sind. Trotz vieler Eigenheiten hat Evans ihren Stil beibehalten, hat die Charaktere nicht zu arg vermischt. Es war immer ziemlich klar, welcher der Personen an der Reihe war. Ob der Vormund von Noel oder Miss Vee oder Noel selbst, allesamt hatten immer etwas Spezielles. Es ist natürlich nicht einfach, seine Charaktere in einer Geschichte einzubauen, deswegen ziehe ich hier mal meinen imaginären Hut und verneige mich. Es ist auch für mich schwierig, da ich das Erlebnis der Charaktere nicht vorwegnehmen möchte, alles zu beschreiben. Ich hoffe dennoch, dass man versteht, was ich meine.

Miss Vee oder wie man die Welt buchstabiert
Miss Vee oder wie man die Welt buchstabiertvon Lissa EvansList Verlag