Schwer, bedrückend und unheimlich wichtig !
Dieses Buch ist absolut keine leichte Kost - und so manches Mal wollte ich es zuklappen, denn das Wort Einsamkeit kommt so dermaßen oft darin vor, dass es beinahe ein sinnbefreites Trinkspiel hätte sein können. Die Autorin schafft es auf eine direkte, zeitgleich wortgewaltige und auch authentische Art, das leider enorm tabuisierte Thema Einsamkeit von verschiedenen Seiten zu beleuchten. Es wird von der Einsamkeit berichtet, die wohl jede Person von sich kennt - ob allein oder in Gesellschaft, wir alle fühlen sie hin und wieder in der Distanz und der fehlenden Verbundenheit zueinander. Auf der anderen Seite stehen die E-Mails und Tagesberichte von Ava, die völlig gefangen in sich, den Erinnerungen an ihre lieblose Kindheit und der Leere ihres aktuellen Alltags ihre Wohnung kaum verlässt. Besonders erfrischend, abwechslungsreich und wichtig fand ich die „Gastbeiträge“, das meint Interviews mit bspw. Autorinnen, wie Charlotte Link, zum Thema Einsamkeit. Alles in allem ist das Buch beschwerlich, weil bedrückend und zugleich ungemein wertvoll, denn es stimmt nachdenklich und enthält allerhand wichtige Einblicke und Fragen, bspw. zu Themen wie Freundschaft, Familie, Verbundenheit uvm. 4/5 ⭐️ Ich kann das Buch daher nur wärmstens empfehlen und denjenigen LeserInnen ans Herz legen, die bereit sind, sich mit einem unangenehmen Gefühl und Thema auseinanderzusetzen sowie womöglich ins Nachdenken & Reflektieren zu kommen.


