Abgebrochen
unnahbar und gewollt
ich war schon vor dem lesen verunsichert. eine fiktive geschichte, in der jedoch john lennon und yoko ono eine rolle spiele und sie dialoge in den mund gelegt bekommen? die ersten 200-250 seiten kam ich schleppend voran. es geht um wohlhabende leute in new york, die in der unterhaltungsbranche arbeiten und party machen. mit nichts davon kann ich mich identifizieren, was erstmal kein grund für eine schlechte bewertung ist. zudem bin ich zu jung, um all die namen, die auf fast jeder seite gedropt werden, zu kennen und damit den zusammenhang zu verstehen. es geht um einen zusammenbruch des vaters von anton, der deswegen seine show nicht mehr moderiert. stattdessen nach erholung mehr zeit mit familie und bspw eben john verbringt, bis er doch wieder ins business möchte und überlegt wie er das anstellt. alles aus antons sicht beschrieben. es gibt so viele nebenstränge, vieles geht überhaupt nicht in die tiefe, ob gespräche, situationen oder charaktere. der humor ist flach und mir hat der erzählstrang gefehlt. plötzlich ging es intensiv ums boot fahren, dann um eine intensive auf 2 seiten erzählte affäre. dann kam das nächste thema. im letzen drittel fand ich das buch plötzlich okay, das erklärt den 2. stern. unsicherheiten werden aufgegriffen, es geht mehr in die tiefe und die erzählungen haben mehr fundament?! ich wusste, dass johns tot bald thematisiert werden würde, war neugierig auf das ende der talkshow und auf antons karriere. plötzlich kam mir das ende fast zu schnell. es wurde jahre in die zukunft geblickt und somit das ende beschrieben. naja, ich habs wohl wegen john lennon im titel gelesen und habe jetzt irgendwie ein anderes oder erweiterndes bild von ihm, obwohls aus diesem fiktiven buch ist. hätten die dialoge so passieren können? war john so vulgär, segelfan und stumpf? ich weiß es nicht und bin irgendwie froh, dass das buch durch ist
Detailverliebte und sprunghaft Story die mich nicht fesseln konnte, keine Atmosphäre hatte. Die Fuguren fand ich blass und ohne Tiefgang. Lediglich die Liebe zu New York kommt gut rüber.
Anton Winter, Sohn des berühmten und gefeierten Late-Show-Moderators Buddy Winter, berichtet dem Leser vom unsteten Leben mit seinem flamboyanten, egozentrischen Vater, seinen eigenen, konsequenten Abnabelungsversuchen von dieser schillernden Vaterfigur, davon, wie es ist, mit John Lennon in einem Haus zu leben, und von dem New York und Amerika des Jahres 1980 - einer verlorenen Welt. Dieser Roman ist seltsam: während ich ihn las, fragte ich mich wiederholt, was das Ganze eigentlich soll, wohin soll es gehen, was soll am Ende dabei herauskommen und so richtig angetan war ich nicht. Nun habe ich die letzte Seite umgeblättert und bin erfüllt von einer tiefen Melancholie und, ja, tatsächlich Traurigkeit, denn ohne es beim Lesen zu merken, hat mich das Buch berührt und war ein guter Freund - so wie John Lennon es für Anton ist und umgekehrt. Dieser emotionale Effekt auf den Leser ist letztlich der Tatsache geschuldet, dass die letzten zwei Kapitel sehr stark sind und dass der Fokus des Romans erst in der zweiten Hälfte richtig zu Tage tritt: es geht letztlich um eine symbolische, verdrehte Vater-Sohn-Beziehung, in der der Vater den Sohn wie einen Kumpel oder Vater behandelt und sich in emotionaler und professioneller Abhängigkeit von ihm befindet, während sich der Sohn zunächst völlig unbewusst, dann allmählich immer zielgerichteter, von seinem Vater lösen möchte. Hilfsfigur und Freund auf diesem Weg ist John Lennon, der in dem Roman fast schon zu einer Retterfigur stilisiert wird. Interessanterweise spielt der Text sehr häufig mit der Idee, dass man Prominente und Stars nie kennenlernen kann, sie irgendwie nie real sind, und genau dies passiert auch in diesem Buch: John Lennon bleibt trotz seiner Bedeutung für den Roman und seines regelmäßigen Auftretens eine weitestgehend unfassbare, nebulöse Figur. Die Handlung selbst berichtet im Grunde nur von Antons Abnabelungsprozess, von seinen und Buddys Versuchen im Showgeschäft wieder Fuß zu fassen und von Treffen und Gesprächen mit John Lennon - einen eigentlichen Spannungsbogen sucht man hier vergeblich, im Gegenteil, der Roman plätschert eher gefällig vor sich hin. Das tut er jedoch wirklich sehr gut und vor allem mit einer großen Liebe zu New York und den Achtzigern. Die Beschreibungen strotzen vor Lokal- und vor allem Zeitkolorit: wir dürfen z.B. mit Anton zu den Olympischen Spielen in Lake Placid reisen und Reagans Wahlkampf erleben. Dies hat mich sehr begeistert und nostalgisch gestimmt, es ist schmerzhaft, festzustellen, dass eine Zeit, die man nun häufig so belächelt, doch ihren ganz eigenen Zauber hatte und auch das New York, das hier gezeichnet wird, für immer passé ist. Vermutlich hätte der Roman mich noch stärker in seinen Bann schlagen können, wenn ich die Beatles-Zeit und die frühen Achtziger bewusster erlebt hätte - so glaube ich insgesamt tatsächlich, dass es sich hier eher um ein Buch handelt, das besonders für die Kinder der 1950er und 1960er einen besonderen Reiz entfaltet und eine Heimkehr bedeutet. Ein Schwachpunkt des Romans ist meines Erachtens die Anzahl zu vieler Nebenpersonen, die sich zu sehr ähneln, weil sie nicht differenziert genug konzipiert wurden. Manchmal fühlte ich mich deshalb etwas verloren in der Handlung - allerdings gestehe ich dem Autor zu, dass dies eine absichtsvolle Entscheidung war: die Buddy Winter Show ist eben eine Two-Men-Show mit dem Gaststar John Lennon - alle anderen Personen sind Nebenfiguren. Der Roman ist eine nostalgische, sehr lesenswerte Lektüre für New York-Liebhaber, Beatles-Verehrer, Baby-Boomer und alle, die schon immer wissen wollten, wie Ronald Reagan Präsident werden konnte.
„Mein Vater, John Lennon und das beste Jahr unseres Lebens“ von Tom Barbash – Vorab, ich war unheimlich neugierig auf diese Geschichte! Leider ließ meine Vorfreude dann doch recht schnell nach. Insgesamt gibt das Buch wirklich einen netten Einblick hinter die Kulissen von Berühmtheiten und ihren Problemen, in die Zeit der 80er. Doch leider konnte ich den Protagonisten einfach nicht nah genug kommen, als dass es mich in irgendeiner Form berührt hätte. Die Vater-Sohn-Geschichte war für mich eine doch oberflächliche von Drogen und Alkohol gezeichnete Beziehung, die sich durch viele Dialoge etc. doch für mein Empfinden unnötig in die Länge zog und letztlich für mich keinen Inhalt enthielten, der in irgendeiner Form wichtig oder interessant war... Fazit: Interessanter Einblick ins New York der 80er Jahre, ein kleiner Blick hinter die Kulissen von kleinen und großen Berühmtheiten – jedoch letztlich für mich ohne Tiefgang und sehr viel Oberflächlichkeit und unnötigem Geplänkel...




