28. Jan.
Bewertung:5

Skandinavische Spitzenklasse!

Wer Henning Mankells Kriminalromane rund um Kommissar Kurt Wallander liebt, wird hier auf seine Kosten kommen! Marie Hermanson schreibt typisch skandinavisch: unaufgeregt, klar, fließend. In zwei verschiedenen Erzählperspektiven kommt man den Protagonisten Nils und Ellen nahe. Durch den sich stetig aufbauenden Spannungsbogen, kann man das Buch einfach nicht aus der Hand legen. Große Empfehlung! Ich freue mich auf den Folgeband!

Die Pestinsel
Die Pestinselvon Marie HermansonInsel Verlag
13. Okt.
Bewertung:4

Der Krimi hat mir gut gefallen. Leider hat er mich nicht so gepackt, wie ich es mir von einem guten Krimi wünsche. Eine Leseempfehlung gibt es auf jeden Fall, mein Highlight wird es leider nicht.

Storyline Die Storyline hat mich direkt gepackt. Nachdem ich mit Marie Sand‘s Debütroman „Ein Kind namens Hoffnung“ gefallen an historischen Romanen gefunden habe, habe ich mich sehr auf diesen Krimi gefreut. Das Setting in Schweden ist etwas ganz neues für mich, da war ich bisher literarisch noch gar nicht. Handlung Die Handlung hat mir sehr gut gefallen. Es wird abwechselnd aus der Perspektive des Kommissars Nils Gunnarson und seiner geheimen Spionin Ellen Grönblad erzählt, wobei Ellens Erlebnisse in der Mitte des Romans den größeren Anteil haben. Die Lebensgeschichte des Antagonisten ist als eine Art Biografie in die Handlung eingearbeitet, was sehr angenehm ist. So wird nicht nochmal ein dritter Handlungsstrang eröffnet. Die Handlung ist allgemein sehr spannend, wobei sich die Spannung langsam und kontinuierlich aufbaut. In der Mitte gab es ein paar Längen. Einige Teile, zum Beispiel die Machenschaften des Schmugglerringes wurden meiner Meinung etwas zu Kurz abgearbeitet und waren deshalb etwas schwerer verständlich. Hier hätte ich mir eine tiefgründigere Ausarbeitung gewünscht. Der Krimi ist an sich nicht weiter blutrünstig oder grausam. Stil und Sprache Sprache und Schreibstil haben mir sehr gut gefallen. Das Buch ist flüssig zu lesen, und die Sprache nüchtern und unaufgeregt. Das passt sehr gut, sowohl zum Krimi an sich als auch zur Zeit, in der der Krimi spielt. Leider enthält die erste Auflage noch sehr viele Fehler, wohl in Rechtschreibung und Grammatik als auch in Zeichensetzung. Manchmal fehlen Wörter oder sind doppelt im Satz untergebracht. Hier sollte das Lektorat noch einmal drüber schauen. Klappentext Zum ersten Mal widme ich mich in einer Rezension dem Klappentext. Leider nicht, weil dieser besonders gut ist. Der Klappentext ist an manchen Stellen schlichtweg falsch. Er nimmt Fakten vorweg, deren Geheimhaltung der Spannung der ersten Kapitel sehr gut getan hätten und wird der Handlung nicht gerecht. Charaktere Der Kommissar Nils Gunnarsson hat mir sehr gefallen. Er ist sachlich und nüchtern, aber dennoch sehr sympathisch. Die Entwicklung von Ellen Grönblad hat mir dagegen nicht sonderlich gut gefallen. Zu Beginn ist sie eine selbstbewusste, moderne Frau mit kurzen Haaren, die eine Karriere als Journalistin anstrebt. Zu Ende des Romans steht sie kurz vor ihrer Hochzeit und verkommt eher zu einer typischen Hausfrau. Obwohl sie nach ihren Erlebnissen mehr als genug Stoff für Artikel oder sogar ein Buch hätte, ist von ihrer journalistischen Karriere keine Rede mehr. Fazit Der Krimi hat mir gut gefallen. Leider hat er mich nicht so gepackt, wie ich es mir von einem guten Krimi wünsche. Eine Leseempfehlung gibt es auf jeden Fall, mein Highlight wird es leider nicht. Bewertung: 4/5 Keine Werbung, Rezensionsexemplar

Die Pestinsel
Die Pestinselvon Marie HermansonInsel Verlag