Die Vermenschlichung Bachs
Über das Leben Bachs ist wenig bekannt. Hein schreibt auf der Grundlage dieser wenigen Fakten fünf Novellen und bringt so ein wenig Licht in das sich uns weitestgehend entziehende Leben des großen Komponisten. Die Novellen sind nicht allesamt von gleicher Qualität, aber insgesamt kurzweilig und lohnenswert. Was Fakt und was Fiktion ist, wird nicht herausgestellt, es ergibt sich aber ein durchaus glaubhaftes Bild des Musikers. Durch verschiedene Schicksalsschläge erscheint Bach hier menschlicher als es seine mathematisch perfekte Musik je vermitteln könnte. Heins Stil ist nüchtern, was den Novellen gut zu Gesicht steht. Unklar ist für mich, ob er versucht, den Stil des 18. Jahrhunderts zu imitieren oder ob die Eigenheiten der Sprache des über 80-jährigen Autors hier und da durchscheinen. Ganz stimmig erschien mir die Sprache jedenfalls nicht. Nett sind die (musik-)historischen Einsprengsel, die dabei helfen, den Komponisten vor dem Hintergrund seiner Zeit zu verstehen.
