Die Hölle, das sind die anderen…
“Geheimnisse sind wie ungebetene Gäste. Sie tauchen immer dann auf, wenn man es am wenigsten erwartet.” Opa Karl wird 80, ein großes Fest ist geplant, die ganze Familie ist auf dem Weg in die Marsch. Doch als Enkelin Mona ankommt, ist die geliebte Oma Annemie nicht da und nichts deutet darauf hin, dass sie vor kurzem noch da war. Sven und Stefan, die Söhne Karls und Annemies, machen sich gemeinsam mit Mona große Sorgen. Nur Karl ist erschreckend gleichgültig. Mona begibt sich auf die Suche nach ihrer Oma, nichtsahnend, dass sie auf Dinge in ihrer Familiengeschichte stoßen wird, die alles auf den Kopf stellen. Und auch in Stefans Familie brodelt es, wieso muss sich seine Frau Janne ständig übergeben? Wo steckt Monas Mutter Sabine? Die Marsch ist scheinbar Hüterin so einiger Geheimnisse. Und dann ist der Geburtstag da… Katja Keweritsch entwickelt sich langsam zu einer meiner Lieblingsautorinnen. Ihre Bücher fesseln mich auf eine ganz eigene Art und Weise. Ich mag den ruhigen, poetischen Schreibstil, die Beschreibung der Menschen sowie der Landschaft, ihre Geschichten. So auch hier und auch dieses Buch hab ich in einem Rutsch, an einem Tag, durchgelesen. Einige Zeit verging, bis ich ahnte, wie all die Frauen(schicksale) miteinander verknüpft sein könnten, doch die Auflösung hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen. “Das Flüstern der Marsch” ist die Geschichte einer Familie, die unter dem Deckmantel der Moral leiden musste, deren Erlebnisse so unfassbar - aber auch so authentisch - waren. Was Frauen in den Nachkriegsjahren und noch lange danach erleiden mussten, wie sie allein gelassen wurden, sich in ihr Schicksal fügen mussten, all das verarbeitet Keweritsch in einem gefühlvollen, emotionalen Roman, der wohl keine Frau kalt lassen wird.



























