Faktenreich, atmosphärisch, aber mit Hürden
**** Mein Eindruck **** Das Buch greift ein interessantes Thema auf – und basiert auf einer wahren Begebenheit. Besonders schön: Die köstliche Schokolade, um die es hier geht, kann man auch heute noch genießen. Der Prolog bot einen gelungenen Einstieg in die Thematik. Anschließend ist die Geschichte in mehrere Epochen unterteilt. In der ersten Epoche habe ich mich jedoch zunächst etwas verloren gefühlt – vor allem, weil mir zu Beginn sehr viele Namen begegneten. Zwar lernte ich nach und nach die Familie, die Zeit und den großen Traum kennen, doch einige tragische Ereignisse konnte ich emotional nicht ganz nachvollziehen. Dafür kannte ich die Figuren zu wenig. Persönlich hätte ich mir gewünscht, stärker bei den direkten Anfängen der Geschichte einzusetzen. Der Start erfolgt mit dem Umzug des Unternehmens – dieser Abschnitt war zwar mit schönen Details versehen, ließ mich aber noch auf Distanz. Erst nach und nach fand ich in die Handlung hinein und wurde von der Atmosphäre immer mehr mitgerissen. Die geschilderte Zeit war alles andere als einfach, und viele historische Details waren mir neu. Die Geschichte sprüht vor Leben und italienischem Charme. Richtig gepackt hat mich das Buch allerdings erst im zweiten Teil, etwa ab der Hälfte. Ab hier tritt Olga stärker in den Vordergrund – eine beeindruckende, bewundernswerte Persönlichkeit, die dem Buch Tiefe und Kraft verleiht. Insgesamt hätte ich mir einen sanfteren Einstieg und eine zielgerichtetere Handlung gewünscht. Dennoch konnten mich viele Details begeistern, und ich habe deutlich gespürt, wie viel Recherchearbeit in dieses Werk geflossen ist. **** Empfehlung? **** Ein Buch für alle, die italienische Geschichte und wahre Begebenheiten lieben – geduldige Leser:innen werden am Ende belohnt.


