Trotz Neugier habe ich mich beim Lesen verloren und das Buch letztendlich abgebrochen.
╰ 𝗠𝗘𝗜𝗡 𝗟𝗘𝗦𝗘𝗘𝗜𝗡𝗗𝗥𝗨𝗖𝗞
Ich hätte niemals, wirklich niemals, gedacht, dass ich ein Buch von Agatha Christie abbrechen würde, aber irgendwann ist immer das erste Mal und dann ist es bei dieser Biografie so gewesen.
Der Einstieg ins Buch hat mir richtig Spaß gemacht! Man erlebt Agatha Christie als Ehefrau und Abenteurerin, fast nervös beim Packen für ihre Reise. Ihr Witz und kleine Anekdoten haben mich anfangs zum Schmunzeln gebracht.
Mit der Zeit verlor sich die Biografie jedoch in so vielen Details, dass ich kaum folgen konnte. Jede Begegnung, jeder Begleiter und jedes Ausgrabungswerkzeug wurden so ausführlich geschildert, dass mir die Nähe fehlte. Ich hatte mir mehr persönliche Einblicke erhofft.
Durch die vielen Details habe ich am Ende das Buch dann doch abgebrochen. Für alle, die Spaß an detailreichen Schilderungen haben, ist das Buch sicherlich etwas.
╰ 𝗠𝗘𝗜𝗡 𝗙𝗔𝗭𝗜𝗧
Trotz Neugier habe ich mich beim Lesen verloren und das Buch letztendlich abgebrochen.
╰ 𝗠𝗘𝗜𝗡𝗘 𝗕𝗘𝗪𝗘𝗥𝗧𝗨𝗡𝗚
1 / 5 ⭐️ - Abbruch ❌
Liebste Grüße 📚📖,
Jeanette.
Warum man Bücher nicht nur nach dem Cover kaufen sollte…
Ich dachte, dass wäre ein Krimi. Hab ich den Klappentext gelesen? Nein. Habe ich das Bich wegen dem schönen Cover gekauft? Ja.
Leider ist es kein klassischer Krimi von Agathe Chtistie, sondern ein Reisetagebuch über ihre Zeit in Syrien. Dort schildert sie mit sehr viel Witz ihre Erlebnisse bei den archäologischen Ausgrabungen ihres Mannes.
Eine Mischung aus Reisebericht und Tagebuch der 1930er. Eher ruhig, aber in gewohnt sarkastisch heiterer Christie Manier verfasst. Ein gutes Buch für zwischendurch, optimal für Fans, die gern mehr über die Gedankengänge von Agatha Christie wissen möchten.
Anders als die Kriminalromane
Gleich vorab: Ich habe beruflich schon viele Reiseberichte gelesen und wusste daher genau, worauf ich mich womöglich einlasse. Und nun ja, dieser hier hat es nicht unter die Highlights geschafft.
Agatha Christie hat ihren Ehemann Max Mallowan in den 1930er Jahren mehrfach zu dessen archäologischen Ausgrabungen in Syrien und den Irak begleitet. Aus ihren Tagebuchnotizen und Aufzeichnungen bastelte sie später diesen Reisebericht zusammen.
Wer ihre Krimis kennt und auf ein ähnlich exquisites Leseerlebnis hofft, wird wohl zwangsweise enttäuscht werden. Der Reisebericht ist zwar gut lesbar und sogar bebildert, abrupte Themenwechsel und Wiederholungen stören aber das Gesamtbild.
Ich hatte mir zudem mehr Einblicke in die Ausgrabungen selbst gewünscht, da die jedoch das Metier ihres Ehemannes und nicht ihr eigenes waren, findet sich zwar interessantes, aber vergleichsweise wenig dazu. Stattdessen wird uns eher eine Charakterstudie der Mitreisenden, etwas Kultur sowie ein Bericht über Herausforderungen auf außereuropäischen Reisen geboten. All das vollzieht sich – nicht untypisch für diese Literaturgattung – unter westlichen Vorurteilen und Überlegenheitsgedanken, was, ebenso wie die Sprache der Zeit, durchaus in einem Vor- oder Nachwort problematisiert hätte werden sollen.
Wer Agatha Christie jedoch auf einer persönlichen Ebene kennenlernen und etwas über die Beziehung zu ihrem zweiten Ehemann erfahren möchte, wird hier fündig werden. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, mich der berühmten Krimiautorin einmal so nah zu fühlen. Wenn Christie mit Leichtigkeit und Selbstironie über Probleme beim Kleiderkauf, ihre Vorliebe für Schuhe oder Hemmungen bei sozialen Interaktionen schreibt, wirkt sie unglaublich sympathisch.
Allerdings bleiben ein paar offene Fragen: Wenn Christie die bereisten Gebiete so sehr liebte, wie sie durchweg behauptet, warum hat sie sich dann (trotz vor Ort geltender Geschlechterrollen) nie die Mühe gemacht, die Sprache zu lernen? Vor allem, da ihr Ehemann diese hervorragend beherrschte und die Kommunikation auch bei der Haushaltsführung vor Ort immer wieder zu Problemen führte.
Insgesamt kann ich die Lektüre des Reiseberichts nur bedingt empfehlen. Wer Christies Krimis kennt, sollte seine Erwartungen – vor allem sprachlich – reduzieren.
Als Agatha Christie im Jahr 1930 nach Mesopotamien reiste, lernte sie dort Max Mallowan kennen, einen auf den Mittleren Osten spezialisierten Archäologen. Schon wenige Monate später heirateten beide und die Schriftstellerin begleitete ihn fortan auf seine Expeditionen nach Syrien. Laut eigenen Angaben wurde Agatha Christie nun ständig gefragt, wie das Leben dort für sie sei und so verfasste sie „Reise in ein fernes Land“ (Originaltitel: Come, tell me how you live), welches bereits unter dem Titel „Erinnerung an glückliche Tage“ auf Deutsch erschien und von Claudia Mertz-Rychner übersetzt wurde.
Um eines vorwegzunehmen: Ich liebe Agatha Christies Kriminalromane und bin der Meinung, dass sie viele Grundsteine für das Genre gelegt hat. Dennoch muss ich einfach ehrlich darüber schreiben, wie unangenehm sich dieser Reisebericht liest. Das liegt nicht einmal an dem recht flapsigen Sprachstil, den die Autorin anschlägt, sondern daran, worüber sie berichtet, denn der Text beschäftigt sich hauptsächlich mit den „Schwierigkeiten“, denen sich das Ehepaar Christie – Mallowan gegenüber sieht. Kurz zusammengefasst: den Menschen.
Agatha und ihr Mann klagen ständig über ihr unfähiges, „arabisches“ Personal, das weder die Betten richtig machen, noch westlich kochen kann. Der Fahrer vergisst, das Auto zu betanken, der „Boy“ versteht nicht, wie er das Besteck korrekt auf die Tafel legen soll. Im Gegensatz zu Max, der im Arabischen immerhin fließend ist, hat Agatha nur das gelernt, was ihr wichtig erscheint: ein paar Worte, um ihre Angestellten auf die wichtigsten Fehler im Haushalt hinzuweisen. Diese Anekdoten mögen auch dazu dienen, das Lesepublikum bei Erscheinen 1946 zu amüsieren, lesen sich aber mit heutigem Blick mehr als unpassend.
Persönlich hatte ich mir mehr Wissen über Land und Kultur oder über die Ausgrabungen gewünscht, das blieb jedoch größtenteils aus. Wo Agatha sich selbstkritisch zeigt, über sich selbst lacht oder in der Interaktion mit Max ist das Buch durchaus charmant. Der Rest veranschaulicht jedoch nur die Sicht privilegierter Weißer auf ein Land, das ganz anders ist, als ihr eigenes. Hier wären, meiner Meinung nach, ergänzende Informationen (z.B. in Fußnoten) notwendig gewesen oder zumindest ein einordnendes Nachwort.