Sandra Gugic schreibt über das Fremdsein im eigenen Land. Sie schreibt über das Nichtdazugehören, dort wo man herkommt, nicht mehr, dort wo man hingeht, noch nicht oder vielleicht auch nie. Eine serbische Arbeiterfamilie versucht in Wien Fuß zu fassen, die Kinder sollen es einmal besser haben als die Eltern. Doch das Prädikat "Ausländer" haftet ihnen an, den Eltern sowieso, aber auch den Kindern, Biljana und Jonas Neven, die beide auf ihre eigene und gänzlich unterschiedliche Art versuchen, zu entkommen, sich aus dem Leben der Eltern, das sich um Arbeit und Anpassung dreht, zu fliehen. Die Autorin erzählt nüchtern, aber eindrücklich vom Leben im ehemaligen Jugoslawien, vom Leben als Fremde in Wien, vom Krieg, vom Versuch, aus der Familie auszubrechen, sich selber zu finden. Dabei bewegt sie sich nicht chronologisch durch die Ereignisse, Ort und Zeit wechseln, ebenso wie die Erzählperspektive. Das ist gewöhnungsbedürftig, deshalb vier Sterne. Leseempfehlung! Vielen Dank and Hoffmann und Campe und NetGalley für das zur Verfügung gestellte eBook!
21. Nov.21. Nov. 2022
Zorn und Stillevon Sandra GugicHoffmann und Campe
