16. März
Bewertung:4

Rezension | Kenia Valley von Kat Gordon Beschreibung In den 1920er Jahren beginnt für den fünfzehnjährigen Theo Miller ein ganz neues Leben. Die Arbeit seines Vaters bei der Eisenbahn führt Theo mit seinen Eltern und seiner jüngeren Schwester Maud von England nach Kenia. Die exotische Welt Afrikas voller neuer Gerüche, Menschen und Tieren wird schnell zu einem neuen Zuhause und Theo findet in Sylvie und Freddie zwei deutlich ältere Freunde. Theo verliebt sich über beide Ohren in die wunderschöne und unerreichbare Sylvie und gerät in die berauschende Welt des Happy Valley Set. Nachdem Theo sein Studium in England abgeschlossen hat kehrt er als erwachsener Mann nach Kenia zurück. Nicht nur das Land hat sich seither durch die Kolonialisierung verändert, sondern auch seine Freunde. Meine Meinung Kat Gordons Roman „Kenia Valley“ hat mich durch das exotische Cover gleich angesprochen und meine Neugierde auf ein buntes afrikanisches Abenteuer befeuert. Der Titel war für mich besonders verheißungsvoll, denn vor einigen Jahren verbrachte ich meinen Urlaub dort und durfte eine wundervolle Safari im Tsavo Ost Nationalpark miterleben. Ich war also ganz schön auf den Romaninhalt gespannt und wurde wirklich nicht enttäuscht! "Daressalam war exotisch gewesen, aber dieses neue Kenia war das Afrika, von dem ich geträumt hatte, das Afrika von Henry Rider Haggard, und ich konnte es kaum abwarten, dass die Zugfahrt ein Ende nahm und mein Leben in dieser unglaublichen Landschaft begann." (Kenia Valley, Seite 19) Der detailverliebte Schreibstil von Kat Gordon hat die einzigartige Kulisse Afrikas in mein Wohnzimmer gebracht. Außerdem hat die Autorin die aufregenden 20er Jahre vor dem spannenden Hintergrund der Kolonialisierung lebendig werden lassen. Gemeinsam mit dem fünfzehnjährigen Hauptprotagonisten Theo taucht man in die Hitze Afrikas und das ausschweifende Leben der Mitglieder des Happy Valley Set ein. Durch die unschuldigen Augen des heranwachsenden Theo Miller erhält man einen staunenden Blick auf die außergewöhnlichen Persönlichkeiten die durch die Kolonialisierung ihr Glück in Afrika suchen. Die schillernde Gesellschaft von Freddie und Sylvie zieht Theo von Anfang an vollkommen in den Bann. Nur zu gern möchte auch Theo Teil davon sein, auch wenn diese Freundschaft zu Beginn den Argusaugen seiner Mutter unterliegt. Das Verhältnis zwischen Theo und seiner Mutter ist allerdings nicht das beste, sein Vater ist mit seinem Job bei der Eisenbahn beschäftigt und so scheint seine Schwester Maud als einzige eine emotionale und familiäre Bindung zu ihm zu besitzen. Der Freundschaft zu Freddie, Sylvie und weiteren Mitgliedern der Happy Valley Gesellschaft sind somit die Tore geöffnet. Ausladende Dinnerpartys, jede Menge Alkohol und Drogen sind in der damaligen Glamourwelt der Kolonialherrschaften Gang und Gäbe. Theo wächst in diesem schillernden Umfeld heran und verstrickt sich durch seine Liebe zu Sylvie immer tiefer im Netz der Oberflächlichkeiten. Nachdem der Geschichte im ersten Teil ein farbenfroh glänzender Grundstock gelegt wurde, befasst sich der zweite Teil des Buches mit den etwas tristeren 1930er Jahren. Theo hatte für sein Studium Kenia verlassen und findet nach seiner Rückkehr eine verändertes Land vor. Die faschistische Politik Europas ist bis nach Afrika vorgedrungen und lässt die Macht der weißen Kolonialherrschaften über das schwarze afrikanische Volk in einem anderen Licht erstrahlen. Während sich Theos Schwester Maud für die Einheimischen stark macht lässt sich Freddie für die faschistische Politik einspannen. Kat Gordon hat mit „Kenia Valley“ nicht nur einen unterhaltsamen historischen Roman erschaffen, sondern sie regt mit dem Porträt der damaligen Gesellschaft zum nachdenken an. Fazit Verführerisch und exotisch zugleich: Eine fesselnde Zeitreise in die 20er und 30er Jahre des kolonialisierten Afrikas.

Kenia Valley
Kenia Valleyvon Kat GordonAtlantik Verlag
24. Nov.
Bewertung:3.5

Eine Reise in die Kolonialzeit Britisch-Ostafrikas.

Der 15-jährige Theo zieht mit seinen Eltern und mit seiner Schwester Maud von Schottland nach Kenia. Sein Vater ist Direktor bei der Eisenbahn und sofort beginnen sie ein dekadentes Leben als privilegierte Weiße in der damaligen Kolonialzeit. Theo wächst in einer Welt auf, in der Arm und Reich direkt Koexistieren, zwischen wilden Tieren, Dekadenz, Alkohol, Drogen und immerwährenden Parties. Wie in einem Rausch erlebt er seine Teenagerjahre bis er zum Studieren nach Schottland geht. Das Buch setzt 5 Jahre später wieder an mit seiner Rückkehr nach Kenia. Das Land und das Leben scheint gleich, hat sich aber dennoch, unterschwellig gewandelt. Die schillernde Welt, als Trugbild getarnt, bekommt immer größere Risse. Die Menschen, Einheimische oder Zugezogene müssen politische und wirtschaftliche Entscheidungen treffen. Das Vertrauen zu Freunden und Familie steht auf einem immer wackligeren Gerüst. Wie geht es für Theo weiter? Welche Aspekte stellt er in seinem Leben nun in den Vordergrund? Welchen Freunden kann er überhaupt noch trauen? Ist dieses Kenia wirklich noch seine neue Heimat?

Kenia Valley
Kenia Valleyvon Kat GordonAtlantik Verlag
1. Okt.
Bewertung:3

Dekadenz und Lush Life in Kenia zur Kolonialzeit — ein Fest für die Sinne mit kritischem Blick auf die historischen Hintergründe. Ich muss gestehen, „Kenia Valley“ von Kat Gordon ist primär wegen seiner tollen Optik bei mir eingezogen. Der Plot klang ein wenig nach Lesen außerhalb der Komfortzoneund die Länge (420 Seiten, fast schon zu viel für mich!) schüchterte mich etwas ein. Dennoch kann ich nach der Lektüre bestätigen: Es hat sich gelohnt! Es geht um den 15-jährigen Theo, der mit seiner wohlhabenden Familie nach Kenia zieht, da sein Vater, zuständigen für die erste Eisenbahnlinie in Afrika, dort seiner Arbeit nachgehen wird. Nach ihrer Ankunft begegnet die Familie dem charmanten Freddie und seiner absolut hinreißenden Geliebten Sylvie, und Theo ist sofort Feuer und Flamme für die beiden — besonders für Sylvie. Dass beide zehn Jahre älter sind, scheint höchstens Theos Eltern zu stören, und schon bald taucht er ab in eine Welt des Glamours, aus Champagner, Freizügigkeit, Sundownern, Affären und Krocket — und wilden Sexpartys. Theo liebt sein Leben, er liebt seine Freunde und ihren Lebensstil. Alle erscheinen glücklich, mit ihren afrikanischen Hausdienern, die alle „Totos“ nennen, und die Lebensfreude dort in Kenia könnte kein Wässerchen trüben. Dennoch sehnt Theo sich nach der Zuneigung Sylvies, und es bricht ihm das Herz, als er mitgeteilt bekommt, sie verlasse das Land. "Daressalam war exotisch gewesen, aber dieses neue Kenia war das Afrika, von dem ich geträumt hatte […], und ich konnte es kaum abwarten, dass die Zugfahrt ein Ende nahm und mein Leben in dieser unglaublichen Landschaft begann." Die Geschichte setzt fünf Jahre später wieder ein, nachdem Theo sein Studium abgeschlossen hat und nach Afrika zurückkehrt. Jetzt, als Mann, will er Sylvie für sich gewinnen und Freddie ausstechen. Doch Kenia scheint nicht mehr dasselbe zu sein: Freddie und alle anderen der Clique erscheinen müde und verbraucht, obwohl sie standhaft versuchen, den Happy Valley Lifestyle aufrechtzuerhalten. Sylvies Mann ist zwischenzeitlich gestorben und Theos Schwester birgt ein Geheimnis, das sie ihren Eltern und keinem im Dorf erzählen kann. Dazu kommen noch heftige politische Debatten, aus denen Theo sich eigentlich heraushalten will, als Freddie jedoch eine rechten britischen Organisation beitritt und für sie starke Werbung betreibt, wird Theo zum ersten Mal seit seiner ersten Ankunft in Kenia vor zehn Jahren gezwungen, sich Gedanken zu machen, ob seine Freunde wirklich so gut für ihn sind und ob er das elitäre Gehabe und die Respektlosigkeit gegenüber den Totos weiter tatenlos mit ansieht. Denn obwohl seine Liebe zu Sylvie endlich beantwortet scheint, geschehen in Afrika Dinge, mit denen Theo so nicht gerechnet hat. Kat Gordon zeichnet mit „Kenia Valley“ ein detailliertes Portrait Afrikas zur Blüte der Kolonialzeit, bevor Aufstände und Unruhen das friedliche Leben der reichen Anwohner zunichte machen. Sie lässt uns teilhaben am schillernden Alltag des Happy Valley Sets, der nur aus Feiern, festlichen Dinnern und Exzessen zu bestehen scheint. Dazu lässt sie historische Elemente einfließen, um uns ein akkurates Bild zu präsentieren: Die Rolle der Frau wird beispielsweise dargestellt, die zwar in England bereits wählen darf, aber in Kenia nicht unverheiratet wohnen darf. Alle Bewohnerinnen des Valley leiden mehr oder weniger darunter und heiraten sofort den Nächstbesten, sobald ihr Gatte nicht mehr passend erscheint. Theos Schwester Maud leidet ganz besonders unter den Umständen in Kenia, sie ist gegen den herablassenden Umgang mit den Totos, Elfenbeinhandel und die Entwürdigung der Afrikaner im Allgemeinen. Sie ist es auch, die Theo zum Denken zwingt, denn er befindet sich auch bei seinem zweiten Aufenthalt in Kenia unter dem Bann des Happy Valley Sets, auch wenn er das nicht wahrhaben will. Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: https://killmonotony.de/rezension/kat-gordon-kenia-valley

Kenia Valley
Kenia Valleyvon Kat GordonAtlantik Verlag
25. Sept.
Bewertung:5

Ein Buch, das mich einfach nicht loslässt - warum genau, kann ich nicht mal beschreiben…

Ich habe das Buch nun zum zweiten Mal gelesen und es hat mich auch dieses Mal nicht enttäuscht, denn ich konnte es einfach nicht aus der Hand legen…und ich kann noch nicht mal genau festmachen, warum. Den Schreibstil der Autorin habe ich als sehr angenehm empfunden, wodurch ein schöner Lesefluss entstanden ist. Die Geschichte ist so spannend mit so vielen Wendungen, dass ich einfach immer weiterlesen wollte. Ich habe allerdings selten ein Buch gelesen, in dem die Charaktere (bis auf eine Ausnahme, ganz viel Liebe für Maud) so viele Fehler haben. Ich konnte oft einfach nur den Kopf schütteln und vor allem die Hauptperson Theo hat mich oft fast an den Rand der Verzweiflung getrieben. Und doch fühle ich mich in diesem Roman so nach Afrika versetzt, dass ich es wirklich vor Augen sehen konnte. Zudem - persönliches Faible - mag ich einfach diese Geschichten aus den 20er-Jahren und später, wo noch so viel Glamour vorhanden ist. Für mich eine klare Leseempfehlung, aber definitiv thematisch keine leichte Kost! Wer etwas Humorvolles sucht, sollte lieber zu einem anderen Buch greifen. Mich konnte „Kenia Valley“ aber auf seine Art voll und ganz überzeugen.

Kenia Valley
Kenia Valleyvon Kat GordonAtlantik Verlag
16. Juni
Sex, Drugs & Rock'n'Roll - so sieht das Leben der Engländer in Kenia aus. Schillernd, laut und schrecklich oberflächlich denken sie, sie wären die Herrscher der Welt.
Bewertung:3.5

Sex, Drugs & Rock'n'Roll - so sieht das Leben der Engländer in Kenia aus. Schillernd, laut und schrecklich oberflächlich denken sie, sie wären die Herrscher der Welt.

Ein Stück Kolonialgeschichte Kenias der 20er und 30er Jahre lässt Kat Gordon mit ihrem Roman "Kenia Valley" aufleben. Die Geschichte beginnt 1925. Theos Vater ist Direktor der Eisenbahn und wird mit seiner Familie nach Kenia versetzt. Seit 1920 gehört Kenia nun offiziell zu den Kronkolonien nachdem es zuvor schon 25 Jahre ein Britisch-Ostafrikanisches Protektorat war und letzendlich 1902 von der britischen Regierung zur Besiedlung freigegeben wurde. Dort lernt der vierzehnjährige Theo Lebemann Freddie und seine Geliebte Sylvie kennen. Beide sind deutlich älter als er, eigentlich jeweils mit jemand anderem verheiratet, und führen Theo nun in das ausschweifende, glamouröse und dekadente Leben der reichen und mächtigen Briten ein. Es ist eine Welt, die der Junge kaum begreifen kann und der er auch kaum gewachsen ist, doch seine unberechenbare Mutter treibt ihn nur weiter in die Arme diese Welt... Zum Studieren wird Theo nach England zurückgeschickt und kehrt 1933 wieder nach Kenia zurück. Doch das Land hat sich verändert, genauso wie seine alten Freunde. Ihr Leben dreht sich zwar noch immer um Partys, Sex und Drogen, aber Freddie mischt nun in der Politik mit und es dauert nicht lange bis Theo die Augen öffnet und sieht, was wirklich vor sich geht und wie Freddie und Sylvie ihn benutzt haben. Die Geschichte von Theo, seiner Schwester Maud und einigen anderen Charakteren des Buches hat mich wirklich gefesselt. Während sich Theo sehr von anderen blenden lässt und ihnen absolut verfällt, sieht seine Schwester doch was alles falsch läuft. Sie sieht die Kenianer und wie ihnen die britische Lebensweise aufgedrückt wird und wünscht sich doch viel mehr, dass ihr Land den Kenianern hilft, sich selbst zu helfen. Beide erleben ihr Erwachen. Theo sieht Freddie eines Tages wirklich. Er schaut hinter die glamouröse Fassade und die Fratze, die ihm dann entgegenblickt erschüttert ihn entsetzlich. All die Jahre, die Theo zu Freddie aufgeschaut hat, in denen er sich gewünscht hat eines Tages wie Freddie zu sein. Doch die tragischsten Figuren sind definitiv Theos Schwester Maud und Sylvie. Insgesamt eine sehr interessante Geschichte, die im Ansatz vielleicht auch ein wenig an "The great Gatsby" von Fitzgerald erinnert, die sich jedoch am Ende mehr mit den menschlichen Beziehungen und Abgründen denn mit der Historie beschäftigt.

Kenia Valley
Kenia Valleyvon Kat GordonAtlantik Verlag
1. Mai
Bewertung:4

Rezension | Kenia Valley von Kat Gordon Beschreibung In den 1920er Jahren beginnt für den fünfzehnjährigen Theo Miller ein ganz neues Leben. Die Arbeit seines Vaters bei der Eisenbahn führt Theo mit seinen Eltern und seiner jüngeren Schwester Maud von England nach Kenia. Die exotische Welt Afrikas voller neuer Gerüche, Menschen und Tieren wird schnell zu einem neuen Zuhause und Theo findet in Sylvie und Freddie zwei deutlich ältere Freunde. Theo verliebt sich über beide Ohren in die wunderschöne und unerreichbare Sylvie und gerät in die berauschende Welt des Happy Valley Set. Nachdem Theo sein Studium in England abgeschlossen hat kehrt er als erwachsener Mann nach Kenia zurück. Nicht nur das Land hat sich seither durch die Kolonialisierung verändert, sondern auch seine Freunde. Meine Meinung Kat Gordons Roman „Kenia Valley“ hat mich durch das exotische Cover gleich angesprochen und meine Neugierde auf ein buntes afrikanisches Abenteuer befeuert. Der Titel war für mich besonders verheißungsvoll, denn vor einigen Jahren verbrachte ich meinen Urlaub dort und durfte eine wundervolle Safari im Tsavo Ost Nationalpark miterleben. Ich war also ganz schön auf den Romaninhalt gespannt und wurde wirklich nicht enttäuscht! "Daressalam war exotisch gewesen, aber dieses neue Kenia war das Afrika, von dem ich geträumt hatte, das Afrika von Henry Rider Haggard, und ich konnte es kaum abwarten, dass die Zugfahrt ein Ende nahm und mein Leben in dieser unglaublichen Landschaft begann." (Kenia Valley, Seite 19) Der detailverliebte Schreibstil von Kat Gordon hat die einzigartige Kulisse Afrikas in mein Wohnzimmer gebracht. Außerdem hat die Autorin die aufregenden 20er Jahre vor dem spannenden Hintergrund der Kolonialisierung lebendig werden lassen. Gemeinsam mit dem fünfzehnjährigen Hauptprotagonisten Theo taucht man in die Hitze Afrikas und das ausschweifende Leben der Mitglieder des Happy Valley Set ein. Durch die unschuldigen Augen des heranwachsenden Theo Miller erhält man einen staunenden Blick auf die außergewöhnlichen Persönlichkeiten die durch die Kolonialisierung ihr Glück in Afrika suchen. Die schillernde Gesellschaft von Freddie und Sylvie zieht Theo von Anfang an vollkommen in den Bann. Nur zu gern möchte auch Theo Teil davon sein, auch wenn diese Freundschaft zu Beginn den Argusaugen seiner Mutter unterliegt. Das Verhältnis zwischen Theo und seiner Mutter ist allerdings nicht das beste, sein Vater ist mit seinem Job bei der Eisenbahn beschäftigt und so scheint seine Schwester Maud als einzige eine emotionale und familiäre Bindung zu ihm zu besitzen. Der Freundschaft zu Freddie, Sylvie und weiteren Mitgliedern der Happy Valley Gesellschaft sind somit die Tore geöffnet. Ausladende Dinnerpartys, jede Menge Alkohol und Drogen sind in der damaligen Glamourwelt der Kolonialherrschaften Gang und Gäbe. Theo wächst in diesem schillernden Umfeld heran und verstrickt sich durch seine Liebe zu Sylvie immer tiefer im Netz der Oberflächlichkeiten. Nachdem der Geschichte im ersten Teil ein farbenfroh glänzender Grundstock gelegt wurde, befasst sich der zweite Teil des Buches mit den etwas tristeren 1930er Jahren. Theo hatte für sein Studium Kenia verlassen und findet nach seiner Rückkehr eine verändertes Land vor. Die faschistische Politik Europas ist bis nach Afrika vorgedrungen und lässt die Macht der weißen Kolonialherrschaften über das schwarze afrikanische Volk in einem anderen Licht erstrahlen. Während sich Theos Schwester Maud für die Einheimischen stark macht lässt sich Freddie für die faschistische Politik einspannen. Kat Gordon hat mit „Kenia Valley“ nicht nur einen unterhaltsamen historischen Roman erschaffen, sondern sie regt mit dem Porträt der damaligen Gesellschaft zum nachdenken an. Fazit Verführerisch und exotisch zugleich: Eine fesselnde Zeitreise in die 20er und 30er Jahre des kolonialisierten Afrikas.

Kenia Valley
Kenia Valleyvon Kat GordonAtlantik Verlag
29. Juli
Bewertung:3

Allein schon der Buchtitel konnte mein Interesse wecken, weil ich bislang Kenia im Rahmen meiner BUCHweltreise noch nicht belesen hatte und dies unbedingt nachholen wollte. Und die Leseprobe ließ ein wenig von dem afrikanischen Flair erahnen, in das ich unbedingt eintauchen und darum das Buch komplett lesen wollte. Von der Autorin, die lange Ostafrika bereist und ein Jahr selbst in Kenia gelebt hatte, erhoffte ich einiges über Land, Menschen und Geschichte in unterhaltsamer Form zu erfahren. Tatsächlich führt der Roman zurück in die 1920er Jahre und man erlebt aus der Ich-Perspektive des fünfzehnjährigen Theo, wie er mit seiner Familie aus England nach Kenia zieht. Dort lernt er den zehn Jahre älteren Freddie und seine Freunde und Freundinnen kennen. Theo verliebt sich in die unerreichbare Sylvie und lässt sich beeindrucken und mitreißen von einer Welt voller Glamour, Exzentrik, Affären und Partys. Er wächst in dieser Welt der dekadenten englischen Kolonialherrschaft heran, studiert später in England und kehrt danach wieder zurück nach Kenia, um als Ingenieur bei der Eisenbahn gemeinsam mit seinem Vater zu arbeiten. Leider eine ermüdende Geschichte, die nicht besser dadurch wurde, dass man sie als Leser aus der Sicht eines naiven und oberflächlichen Pubertierenden erfährt. Vieles bleibt ungeklärt und Theo ist mit seinen unreifen Ansichten und seiner nervigen bis zum Schluss andauernden Schwärmerei für Sylvie einfach nur anstrengend. Zwar mag ich Bücher, die sich aus ungewöhnlicher Perspektive lesen lassen, doch auf diese hätte ich im nachhinein betrachtet gern verzichtet. Auch die Berichte über das Partyleben der englischen High-Society in Kenia, das aus sexuellen Ausschweifungen und permanentem Alkoholgenuss bestanden haben muss, hätte ich in dem Umfang nicht lesen wollen – weniger wäre hier eindeutig mehr gewesen. Sie seufzte leise. »Freddie macht es richtig – er versucht, seinem Leben einen Sinn zu geben. Cocktails und Sex können ja nicht alles sein.« (S. 252) Und doch habe ich das Buch nicht abgebrochen, weil ich die Hoffnung hatte, dass der Handlungsstrang rund um Theos Schwester Maud umfangreicher wird, da diese tatsächlich in Kenia Wurzeln schlägt und sich mit Land und Menschen auseinandersetzt. Doch leider ist auch dieser Charakter nicht tiefgründig ausgearbeitet und bleibt eher flach und farblos. Und so plätschert der Roman ohne erkennbaren roten Faden auf gut zwei Dritteln belanglos dahin, um zum Schluss unerwartet doch noch ein wenig Fahrt aufzunehmen – und mich mit einem Ende auszusöhnen, mit dem ich leben kann. Gewünscht hätte ich mir in diesem Roman ein wenig mehr Kenia und bedeutend weniger von dem Happy Valley Set mit seinem Leben voller Glamour, Exzentrik, Affären und Partys. Wer sowas jedoch gern liest und auch bei Dreiecksgeschichten nicht die Augen verdreht, der dürfte sich hier unter Umständen gut unterhalten fühlen.

Kenia Valley
Kenia Valleyvon Kat GordonAtlantik Verlag