Dieses Buch ist eines der wenigen, oder vielleicht sogar das einzige, der Metro-Reihe, das nicht im russischsprachigen Gebiet spielt. Sondern im Vatikan und in Italien. Klingt exotisch? Ist es auch. Meiner Meinung nach tut dieses Buch der Reihe aber unheimlich gut. Genau das wollte Glukhovsky doch, als er Autoren aufforderte, ihre eigenen Metro-Bücher zu schreiben. Wie geht es den Menschen andernorts? Wie überleben sie? Was machen sie durch? Welche Ausgeburten der radioaktiven Hölle warten in der Dunkelheit? Positiv überrascht hat mich Avoledo auch mit seiner Tiefgründigkeit. Das Buch stellt theologische und philosophische Fragen, indem sich John immer wieder über seinen eigenen Glauben klar werden muss. Die Theodizee vor dem ultimativen Test. "Die Wurzeln des Himmels" ist in meinen Augen eines der besten Metro-Bücher überhaupt. Für mich nach 2033 vielleicht sogar das beste, da es nicht bloss darum geht, Monster abzuschlachten. Es hintersinnt, hinterfragt, man muss sich mit verschiedenen Fragestellungen auseinandersetzen. Eine grosse Erweiterung des Metroversums und ich hoffe mehr denn je, dass noch mehr Autoren ausserhalb Russlands diese Reihe entdecken und dazu beitragen werden.
21. Dez.21. Dez. 2024
Die Wurzeln des Himmelsvon Tullio AvoledoHeyne
