18. Juli
Bewertung:2

Als ich das Buch anfing zu lesen, ging ich davon aus, dass es sich hierbei um einen biografischen Roman handelt. Doch dann musste ich feststellen, dass Diane Ackerman ein Sachbuch verfasst hat, was ja natürlich nicht schlecht ist, aber ihr Schreibstil konnte mich leider gar nicht für sich einnehmen. Die wahre Geschichte des polnischen Ehepaares Antonina und Jan Zabinski, die den Warschauer Zoo betrieben und in Kriegszeiten dort etliche Juden versteckten und vor dem Tod bewahrten, ist zwar sehr interessant, da mir das Paar vorher leider gar kein Begriff war. Aber der Erzählstil Diane Ackermans war mir zu distanziert, kühl und zu sachlich, sodass ich keine richtige Beziehung zu den Personen aufbauen konnte. Vor allem Antonina, um die es auch laut Titel des Buches vorwiegend gehen sollte, blieb mir somit fremd, man erfährt so gut wie nichts über ihre Gefühls- und Gedankenwelt, ihr Leben wird eher emotionslos schlicht geschildert. Trotzdem war es interessant, mehr über dieses bewundernswerte Ehepaar zu erfahren, was mir sehr wahrscheinlich sonst entgangen wäre.

Die Frau des Zoodirektors
Die Frau des Zoodirektorsvon Diane AckermanHeyne
22. Aug.

Ich finde das Buch inhaltlich wirklich wichtig, aber mir persönlich hat der Stil einfach nicht zugesagt. Ich kam dadurch nicht in die Handlung. Es las sich, als ob sich die Autorin einfach nicht entscheiden konnte, ob es nun ein Sachbuch oder doch ein Roman sein sollte. Zudem hat es mich zunehmend genervt das Antonina Żabiński ständig als die Frau des Zoodirektors bezeichnet wurde. Als ob sie keine selbstständige Person wäre oder man nicht spätestens nach dem dritten Mal wüsste, welche Rolle sie hier gesellschaftlich einnimmt.

Die Frau des Zoodirektors
Die Frau des Zoodirektorsvon Diane AckermanHeyne
28. Okt.
Bewertung:4

Meine Meinung Es hat sehr, sehr lange gedauert, doch ich hab es geschafft, dieses Buch zu beenden. Meine Kritik diesmal gleich zu Beginn, da dieser Punkt mein eigentliches und einziges Problem mit dem Buch darstellt: Das Genre. Die Autorin konnte sich nicht so richtig entscheiden, ob sie einen Roman auf wahren Begebenheiten erzählen möchte, oder ob sie ein Sachbuch schreiben soll. Herausgekommen ist für mich ein Sachbuch in Romanform, das mir persönlich nicht so gut lag. Der Schreibstil ist sehr sachlich, die meiste Zeit informativ aber auch sehr distanziert. Die Autorin nimmt Bezug auf viele Quellen und auch Tagebücher von Antonina Żabiński. Dabei schreibt Diane Ackerman sehr ausufernd. Am Anfang verliert sie sich m.M.n. in unnötigen Beschreibungen der Tieraufzucht. Seitenweise wird der*die Leser*in über den Zoo und seine Tiere aufgeklärt. Bis sie zum Kernpunkt der Geschichte kam, hatte ich das erste Mal schon die Lust auf das Buch verloren. Ich erwartete eine Leidensgeschichte einer Familie im 2. Weltkrieg, die unter schlilmmsten Umständen trotzdem den Mut hatte, sich gegen das Belagerungsregime der Nazis in Warschau / Polen zu stellen und Juden zu helfen. Das bekam ich auch, aber erst musste ich mich durch viele wissenschaftliche Beschreibungen und Erklärungen quälen. Jan Żabiński riskierte ständig sein Leben und schmuggelte Juden aus dem Warschauer Ghetto und brachte sie in den Zoo. Antonina, seine Frau, und auch sein Sohn kümmerten sich dann in der Villa um sie. Sie versteckten die Geflohenen und gaben ihnen eine Art Zuhause und Gemeinschaftsgefühl. Und das alles unter der Beobachtung und Besetzung des Zoos, über Jahre hinweg. Mit ihrem großen Einfallsreichtum gelang es ihnen auf diese Art und Weise ca. 300 Menschen das Leben zu retten! “Retter schienen enscheidungsfreudig zu sein, konnten schnell denken, waren risikofreudig, unabhängig, abenteuerlustig, offenherzig, rebellisch und ungewöhnlich flexibel – imstande, Pläne schnell zu ändern, Gewohnheiten abzulegen und eingeschliffene Routinen von einem Moment zum anderen zu verändern. Sie neigen dazu, unangepasst zu sein, und obwohl viele Retter bereit waren, für ihre Prinzipien zu sterben, betrachteten sie sich nicht als heldenhaft.” (eBook, S. 351) Es ist unglaublich, was diese Familie und ihre Helfer geleistet haben! Und ich ertappe mich bei dem Gedanken und dem Wunsch, falls es je wieder nötig wäre, Menschen vor der Regierung und anderen Menschen (be)schützen zu müssen, den Mut zu haben und es den Żabińskis nachmachen zu können. “Die Frau des Zoodirektors” ist ein sehr lesenswertes Buch! Es zeigt einen Ausschnitt der Gräueltaten des Krieges, wie sie sich im Nachbarland Polen zugetragen haben. Oftmals liest man Bücher über den 2. WK, doch meistens spielen sie in Deutschland. Für mich war dieses Buch deshalb ein interessanter Perspektivenwechsel. Zum Hörbuch Da ich mit dem Buch eine sehr lange Zeit pausiert habe, suchte ich die Motivation, um weiter zu machen, im Hörbuch. Das Hörbuch ist gekürzt und von Bibiana Beglau eingesprochen. Ihre Stimme und Lesart brachte mir den Spaß am Buch zurück. Die Sanftheit, mit der die Sprecherin das Buch las, brachte mir den Romancharakter zurück. So hörte ich das Buch und las parallel mit. Immer, wenn Textpassagen im Hörbuch ausgelassen wurden, machte ich stopp und las diese erst und machte dann wieder weiter mit dem Hörbuch. Dies ermöglicht mir nun auch sehr gut den Vergleich zwischen Buch und Hörbuch. Abschließend kann ich deshalb sagen, dass, wenn man sich lediglich auf den Kern der Geschichte konzentrieren möchte, das Hörbuch zu bevorzugen ist. Im Hörbuch sind die Längen und die Ausführungen, die mich nicht so sehr interessierten, gekonnt herausgekürzt worden. Fazit Ein sehr interessantes Buch über eine faszinierende Familie, die ihr Leben für hilfsbedürftige Menschen auf Spiel gesetzt hat und sich selbst und den eigenen Werten treu geblieben ist. Ein Buch, das ganz deutlich aufzeigt, dass so etwas nie mehr wieder passieren darf und was es bedeutet, wenn die Meschlichkeit verloren geht.

Die Frau des Zoodirektors
Die Frau des Zoodirektorsvon Diane AckermanHeyne
9. Aug.
Bewertung:4

Die Geschichte von Antonina ist über alle Maße aufregend und auch aufwühlend - allerdings gelingt es Ackermann nicht gänzlich eine Fiktion zu schreiben und auch nicht gänzlich eine Biographie, das Buch bewegt sich irgendwo zwischen den Linien, was mir die Leseerfahrung durch ihre Unzugewiesenheit ein bisschen kaputt gemacht hat.

Die Frau des Zoodirektors
Die Frau des Zoodirektorsvon Diane AckermanHeyne