Zwischen Weltfrieden und Menschenfeindlichkeit…
Das Buch ist zwar nicht mehr ganz aktuell, da es im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie entstanden ist, wirft aber dennoch einen erschreckenden Blick auf die Verbindungen zwischen Esoterik, alternativen Denkweisen, rechten Ideologien und Verschwörungstheorien. Besonders bedrückend ist dabei, dass vermutlich jeder irgendwo Anknüpfungspunkte findet, mit denen er sich zunächst problemlos identifizieren könnte: ökologische Landwirtschaft, Naturschutz oder der Wunsch nach einem friedlichen und gesunden Leben – wer würde da nicht spontan zustimmen oder sich engagieren wollen? Gerade darin liegt jedoch die Gefahr, die das Buch eindringlich beschreibt. Man besucht vielleicht mit bestem Gewissen einen Yogakurs oder interessiert sich für alternative Lebensweisen und bekommt dabei unterschwellig ideologische Botschaften vermittelt, ohne dies bewusst wahrzunehmen. Zum Glück leben wir in einer freien Gesellschaft, in der jeder glauben und leben kann, wie er möchte. Doch Hass, Verachtung und menschenfeindliche Einstellungen sollten niemals Teil dieser Freiheit sein. Umso verstörender ist die Frage, wie Menschen auf der einen Seite von Weltfrieden sprechen können, während sie gleichzeitig Hass und Aggression gegen Andersdenkende fördern. Die Themen des Buches sind spannend und faszinierend, zugleich aber auch auf bedrückende Weise erschreckend. Besonders irritierend finde ich, dass viele gutgläubige Menschen solchen Erzählungen folgen und glauben, sie hätten Zugang zu geheimem Wissen, das angeblich „der Welt verborgen“ werde. Dieses Gefühl von Besonderheit und Exklusivität scheint ein zentraler Mechanismus zu sein – für mich persönlich bleiben solche Gedankengänge jedoch kaum nachvollziehbar. Ein gutes, interessantes und zugleich erschreckendes Buch, das zum Nachdenken anregt und definitiv lesenswert ist.

