3. Juni
Die Flüchtigkeit der Liebe 💔
Bewertung:3.5

Die Flüchtigkeit der Liebe 💔

In "Die zehn Lieben des Nishino" erzählen zehn Frauen von ihrer Beziehung zu ein und demselben Mann. Schon diese Grundidee hat mich sofort neugierig gemacht. Statt einer klassischen Liebesgeschichte erhält man zehn verschiedene Blickwinkel auf Nishino – und damit zugleich zehn unterschiedliche Vorstellungen davon, was Liebe eigentlich sein kann. Hiromi Kawakami zeichnet dabei ein faszinierendes Bild moderner Beziehungen. Ihre Geschichten handeln von Sehnsucht, Verlangen, Einsamkeit, Verliebtheit und der oft schmerzhaften Erkenntnis, dass Liebe nicht immer erwidert wird. Jede Frau erlebt Nishino anders, und doch entsteht aus diesen einzelnen Episoden nach und nach das Porträt eines Mannes, der auf viele Menschen eine beinahe magische Anziehungskraft ausübt. Gerade diese Widersprüchlichkeit machte Nishino für mich interessant. Manchmal wirkte er auf mich ausgesprochen narzisstisch – ein Mann, der die Aufmerksamkeit und Zuneigung anderer Menschen fast selbstverständlich annimmt. In anderen Momenten hatte ich jedoch weniger das Gefühl, einem Egoisten zuzusehen, sondern eher einem Menschen, der schlicht nicht fähig ist, echte Liebe zu geben. Dadurch blieb er für mich bis zum Ende schwer greifbar. Besonders gelungen fand ich, wie Kawakami die Liebe in ihren unterschiedlichsten Facetten beschreibt. Da gibt es Beziehungen voller Leidenschaft, unerfüllte Sehnsüchte, flüchtige Begegnungen und Menschen, die sich an eine Liebe klammern, die nie wirklich ihnen gehörte. Manche Geschichten wirkten auf mich dabei etwas seltsam oder eigenwillig, aber genau das passt letztlich zu diesem Buch. Es möchte keine perfekte Romanze erzählen, sondern zeigen, wie widersprüchlich und unberechenbar menschliche Gefühle sein können. Die Autorin schreibt dabei mit einer Leichtigkeit und Beobachtungsgabe, die typisch für viele japanische Romane ist. Oft geschieht wenig Spektakuläres, und dennoch entfalten die Geschichten eine stille Wirkung. Hiromi Kawakami zeigt, dass Liebe selten eindeutig ist: Sie kann schön und schmerzhaft, tief und flüchtig, selbstlos und egoistisch zugleich sein – und genau in diesen Widersprüchen liegt die besondere Stärke dieses Romans. 🌸

Die zehn Lieben des Nishino
Die zehn Lieben des Nishinovon Hiromi KawakamiHanser, Carl
9. Nov.
Bewertung:4

Zarte, melancholische Liebesgeschichte - kurzweilig

In zehn Kapiteln begleiten wir Nishino und unterschiedliche Frauen, mit denen er anbandelt. So begleiten wir ihn in seine Kindheit, in die Zeit des Studiums und später in den Arbeitsalltag und darüber hinaus. Die einzelnen Geschichten machen sentimental und traurig. Hiromi Kawakami beschreibt die Frauen stark, sie wollen nicht irgendeine Geige in Nishinos Leben spielen. Die Hauptfigur ist ein tragischer Schürzenjäger, ob er je eine Frau wirklich geliebt hat, bleibt für mich ungewiss.

Die zehn Lieben des Nishino
Die zehn Lieben des Nishinovon Hiromi KawakamiHanser, Carl
3. Nov.
Bewertung:1

That was a really weird read imo, I nearly DNF but it's a short book, and I kinda hoped for a big plottwist or something at the end, but no dice. I'm sure it reads different in japanese, but I couldn't take Nishino and most of the lovers serious. All this wimpy whining and the problematic content, like mysoginistic, incestuous andor sometimes rapey context of the situations, got on my last nerve. I can tell it's meant to be a very deep and insightful story by the writing of it which I liked, but the content of the story was just not living up to it.

Die zehn Lieben des Nishino
Die zehn Lieben des Nishinovon Hiromi KawakamiHanser, Carl
23. Sept.
Bewertung:4

Nishino Yukihiko hat viele Beziehungen, oft auch mehr als eine auf einmal - allein ist er somit nie. Dennoch erfasst ihn manchmal eine unendliche Traurigkeit und Einsamkeit, denn er ist der festen Überzeugung, unfähig für die Liebe zu sein. Und so fällt er gleichsam von Liebelei zu Liebelei, immer in der Hoffnung, dass es dieses Mal "die eine" sein wird. Hiromi Kawakami hat eine interessante Technik gewählt, um von Nishino zu erzählen. Es ist nicht der Frauenheld selbst, der aus seinem Leben berichtet, sondern es sind die Frauen, mit denen er zusammen war, aus deren Perspektive wir den Protagonisten kennen lernen. Von seiner Kindheit bis ins hohe Alter, von der Schulfreundin zur Vorgesetzten - alle Geschichten sind vertreten. Da sind Frauen, die Nishino vergöttern und solche, die bis zum Ende der Beziehung keine tiefen Gefühle für ihn entwickeln können, doch für Nishino ist am Ende das Ergebnis stets dasselbe: er kann sie nicht lieben, nicht so, wie sie es verdient hätten. "Die zehn Lieben des Nishino" ist kein stringenter Roman, sondern eine Aneinanderreihung episodenhafter kleiner Liebesgeschichten. In manchen Szenen fühlt man sich an Murakami erinnert - sie sind voller Poesie und Magie, andere kommen sehr profan und weltlich daher. Nishino bleibt bis zum Ende ungreifbar, so als wäre er durchscheinend und nicht richtig in dieser Welt verankert; zum Teil ergibt sich ein deutlich klareres Bild der weiblichen Charaktere in diesem Buch. Und trotz allem blättert man Seite um Seite um, weil die Handlung einen doch gefangen hält. Fazit: Ein poetischer kleiner Roman, dessen Protagonist ein Mysterium bleibt

Die zehn Lieben des Nishino
Die zehn Lieben des Nishinovon Hiromi KawakamiHanser, Carl