31. Mai
Bewertung:2

Oberflächlich, sinnlos, trivial

Die Agentengeschichte "Unsere Frau in Pjöngjang" ließ mich bis zum Schluss hoffen, noch irgendwo einen sinnvollen Hintergrund oder ein nachvollziehbares Motiv für die absurden Handlungsstränge zu identifizieren, doch die halbgare "Auflösung" am Ende unterstreicht nur den sich durchziehenden Eindruck von Oberflächlichkeit. Die Charaktere handeln abwegig und unreflektiert, die [ACHTUNG SPOILER] Gehirnwäsche scheint mir bei aller Plausibilität des "Stockholm-Syndroms" irrsinnig unglaubwürdig. Überhaupt ist nichts wirklich ausgearbeitet – weder Figuren noch Plot. Außerdem ist der plumpe Male Gaze auf die weiblichen Figuren kaum zu ertragen. Die wenigen rhetorischen Spitzen und humorvollen Meta-Kommentare des Erzählers können hier leider das Ruder auch nicht mehr herumreißen.

Unsere Frau in Pjöngjang
Unsere Frau in Pjöngjangvon Jean EchenozHanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG