9. Apr.
Bewertung:5

"Warschau ist um einiges attraktiver geworden, seit sie Gras legalisiert und Döner verboten haben."

Ein Glanzstück! Konsum wird dringend empfohlen. Die Handlung spielt 4741 chinesischer Zeitrechnung im Bündnisstaat China-Russland, genauer gesagt in Minsk. Die eigentliche Droge "MOVA", der Dreh- und Angelpunkt des Romans gilt als sog. Nichtsubstanzielle Psychotropika, dessen Besitz mit 10 Jahren bis hin zur Todesstrafe bestraft wird. "Wenn jemand im Jahr 2014 erklärt hätte, jetzt wäre das Jahr 4711, hätte man ihn einfach in die Klapse gesteckt. Jetzt leben wir in dieser Klapse." Alleine diese Prämisse, dieses Science-Fiction Szenario finde ich sowohl faszinierend, wie auch erschreckend (Besonders im Hinblick auf die weiteren Wege die Martinowitsch hier noch geht im 2. Teil des Buches). Denn was hier passiert ist hochinteressant und ich habe es so in der Form absolut nicht erwartet.! Auch werden viele uns vertraute Konzepte in dieser Welt über den Haufen geworfen. So gilt z.B die "Familie westlicher Prägung" als ein allzu überholtes Konstrukt. Das Konzept "Liebe", gilt vielen als moralisch überkommen. Erzählt wird aus 2 Perspektiven. Der eines Dealers und der eines Konsumenten. Was dazu führt, dass auch die Perspektiven auf diese Welt und ihre Besonderheiten auf so spannende Art beleuchtet und gegenüber gestellt wurden, dass ich auch hier über den Ideenreichtum und die Kreativität von Martinowitsch wieder nachhaltig verblüfft bin. Wieder geschrieben in einem wunderbaren Stil, bitterböse, immer wieder auch Lustig (dieser Mann beherrscht den Sarkasmus meisterhaft) und doch feinsinnig. In diesem Buch stecken so viele Einfälle, dass ich sie gar nicht alle aufzählen kann. All dies klingt vielleicht absurd und doch empfand ich es als ein Wahnsinniges Buch! Im allerbesten Sinn.

Mova
Movavon Viktor Martinowitschbtb