Das Buch beginnt mit Saras Geschichte, die homosexuell ist und ihrer Freundin Jodie einen Heiratsantrag macht und daraufhin von Jodie verlassen wird, die für eine Heirat nicht bereit ist. Sara verlässt somit New York und kehrt zu ihrer Familie nach Italien zurück um diese Phase mit ihrer Hilfe und Liebe zu überstehen. Sie entscheidet sich heterosexuell zu werden und trifft Freunde von ihrer Schwester Marta, die sich alle für Flops erweisen. Marta ist Saras Schwester und hat einen Bücherladen, den sie gerade so einmal über die Runden hält. Sie verkauft nicht viele Bücher, denn sie ist sehr wählerisch was sie verkauft und wenn die Kunden mal daraufhin deuten, dass sie aktuelle Bücher verkaufen sollte, sagt sie zu ihnen "Wer ein kommerzielles Buch haben will, soll in den Supermarkt gehen, ich verkaufe an wahre Leser." (Seite 9) Mit diesen Worten hat Marta sich in mein Herz geschlichen. Immer wieder werden Bücher aus Martas Laden geklaut. Sie entdeckt den Dieb, der ihr die geklauten Bücher zurück gibt. Ausgerechnet der Kunde, den Marta gerne kennenlernen möchte und dann bemerkt sie auch noch, dass er taubstumm ist. Emma ist die jüngste im Bunde. Sie ist gerade mal 18 und muss eigentlich sich auf ihre Abschlussprüfungen konzentrieren. Emma ist mit einem 50-Jährigen Architekten namens Alessandro zusammen, der bei IKEA arbeitet und auch noch verheiratet ist. Wie jeder Mann in seinen fünfzigern, der sich eine junge Frau zur Freundin nimmt, ist Alessandro der Meinung, das seine Ehe zur seiner Frau Claudia schon vor Jahren beendet ist, sie aber getrennt in einem Haus leben. Und mit diesen drei jungen Frauen schlägt sich ihr Vater Francesco rum. Francesco ist Paartherapeut und für einen italienischen Vater sehr offen, was die Beziehungen seiner Töchter angeht. Er hat sie allein aufgezogen und ist der Typ Vater der zugleich ein Freund für die drei Frauen ist. Als er jedoch von Emma erfährt, dass sie mit einem 50-Jährigen Mann zusammen ist, möchte er da eingreifen und überredet Alessandro zu einer Therapie, von der Emma nichts wissen soll. Sein Plan ist es, die Ehe von Alessandro wieder zu kitten, doch dann begegnet er per Zufall Alessandro mit seiner Frau in einem Supermarkt, zu der er immer geht, um die schöne Frau mit dem Hund zu sehen. Ja genau, diese hübsche Frau, der Francesco schon Monate nachgeht ist Alessandros Frau. Das Buch ist in kurzen Kapiteln geschrieben. Jedes Kapitel bezieht sich auf einen dieser Charaktere und als Überschrift steht jeweils der Name. Das Buch hat mich sehr amüsiert. Es ist eine lustige Geschichte aus dem warmen Italien. Ein Buch für zwischendurch. Ich bedanke mich bei btb Verlag für das Rezensionsexemplar. -so many books, so little time. www.ahukader.de
Seicht, seichter, am seichtesten Das Buch: Francesco, ein Paartherapeut in Rom und hat drei Töchter. Und alle drei suchen die große Liebe. Francesco steht allen drei als Berater und Vater zur Seite. Auch Francesco selbst sucht noch die große Liebe. Er traut sich nicht, die Dame im Bistro anzusprechen. Ob er sich doch noch traut? Ob er und seine Töchter die große Liebe finden werden? Fazit: Wie man schon der Beschreibung erkennen kann, suchen vier Personen die große Liebe. Und auch nichts Anderes. Leider wirkt dies recht eintönig und langweilig. Denn so eine realitätsferne Traumblase, dass alle drei Töchter gleichzeitig die einzig große Liebe finden und unentwegt hoffen ist doch sehr übertrieben. Da hört auch bei mir der Kitsch auf. Durch die sehr kurzen Kapitel und fortwährendes springen von einem Charakter zum nächsten kommt man keiner der Personen nahe. Die eine Tochter versucht nach einer gescheiterten Beziehung mit einer Frau zwanghaft den perfekten Mann zu finden. Ich weiß nicht, aber dieser Strang ist einfach nur überzogen, da sie wirklich krampfhaft auf Männersuche ist und jeden dahergelaufenen Mann wie Freiwild nimmt. Die zweite hat eine Beziehung zu einem sehr älteren Mann. Kann man haben. Was daran so schlimm ist? Tja. Er hat einfach noch eine Ehefrau zuhause. Die typische Dreiecksgeschichte, hier aber ohne Drama. Interessant ist nur die dritte Tochter. Sie verliebt sich in den gehörlosen Fabio, der schon so einige Bücher aus ihrem Laden geklaut hatte. Diese Geschichte hatte viel Potenzial und hätte durchaus ein eigenes Buch sein können. Leider wurde es hier eher schnell abgehandelt. Zu Francesco selbst kann man nicht viel sagen. Als Paartherapeut versagt er kläglich. Seinen Töchtern steht er nur hals hilfloser Vater dar. So richtig kann man nichts mit ihm anfangen. Zu ihm würde ich definitiv nicht gehen wollen. Sprachlich ist dieses Buch sehr einfach und viel zu lieb geschrieben. Eine heile Welt ist dieses Italien. Perfekter könnte es nicht sein. Keine Ecke und Kante. Sehr seicht. Nur Sonnenschein. Es ist ein Buch für einen netten Strandtag. Mehr auch nicht. Man kann hier kein großes Drama erwarten. Und wenn man es nicht gelesen hat, dann hat man auch nichts verpasst. https://booksoftination.wordpress.com/2017/05/10/paolo-genovese-freud-ist-an-allem-schuld/

