4. Apr.
Bewertung:3

Gewöhnungsbedürftiger Schreibstil - teils wirr geschrieben. Dadurch findet man gerade anfangs in keinen schönen Lesefluss. Das Geheimnis wird viel zu lange nur oberflächlich angekrazt - wenngleich man im Laufe der Story mehr und mehr zu ahnen beginnt, um was es sich handelt. Im letzten Drittel wird es schließlich dann beim Namen genannt. Einer der wichtigen Plottwist wird am Ende lieblos und knapp zu Ende gebracht - etwas ausführlicher hätte diesem gutgetan. Ein anderer der Plottwist - der ebenfalls zum Ende hin auftritt - hat mich richtig aufgeregt. Man springt von Ereignis zu Ereignis ohne mal etwas länger zuverweilen - dadurch kommen einem die vier Protagonisten unnahbar vor. Sicher, ein Großteil spielt in den Wirren des ersten Weltkriegs - dennoch auch hier hat etwas mehr Tiefe gefehlt. Positiv seien aber die doch zun Großteil überraschenden Wendungen erwähnt, die die Spannung immer wieder etwas entfacht hat. Im Großen und Ganzen, hat mich der Roman zwar gut unterhalten. Aber vollständig überzeugt hat er mich dennoch nicht.

Die Frauen vom Rose Square
Die Frauen vom Rose Squarevon Jenny AshcroftGoldmann
20. Okt.
Bewertung:4

Dieser Roman hielt definitiv einige Überraschungen bereit. Er erzählt die Geschichte von vier jungen Briten in der Zeit des ersten Weltkrieges, die sich alle schon seit Kindertagen kennen. Im Jahr 1909, vier Jahre bevor die eigentliche Handlung einsetzt, hat ein Skandal die vier entzweit, der sich immer mehr erahnen lässt, jedoch erst gegen Ende vollkommen aufgelöst wird. Obwohl eigentlich klar ist, was ungefähr vorgefallen ist, habe ich persönlich mir gewünscht gleich zu Beginn aufgeklärt worden zu sein, da dieses von der Autorin inszenierte Im-Dunkeln-Tappen mich teilweise sehr gestört hat und es auch dazu führt, dass es Violet, Ella, Walter und Roberts Gefühle und Handlungen sehr lange nicht nachvollziehbar macht. Auch allgemein führt der allwissende Erzähler, der zwischen den vier springt, dazu, dass es lange dauert, bis man wirklich mit den Charakteren mitleidet. Zu der Zeit befinden sich aber alle schon an der Front des Krieges, dessen Brutalität und Sinnlosigkeit hervorragend dargestellt werden, und man beginnt, darauf zu warten, dass etwas Schreckliches passiert. Das tut es schließlich auch, und von diesem Punkt an hat mich die Geschichte gefesselt. Ich habe geweint, einige Figuren für ihre Ignoranz und Gefühlskälte verflucht und am Ende gelächelt, da alles in gewisser Hinsicht doch auf ein Happy End zusteuert. Ich hätte mir insgesamt mehr Nähe zu den Figuren gewünscht und mehr Spannung in dem Teil der Geschichte, in der der Krieg noch nicht begonnen hat.

Die Frauen vom Rose Square
Die Frauen vom Rose Squarevon Jenny AshcroftGoldmann