9. Jan.
Bewertung:3

Die Demi-Monde ist eine virtuelle Welt, die für die US Army als Trainingsgelände dient. Rod Rees hat damit eine gigantische und sehr durchdachte Bühne für sein Werk erschaffen. Für seine Schöpfung hat der Autor keine Mühe gescheut und verschiedene Völker mit unterschiedlichsten Glaubensrichtungen, die sich gegenseitig bekämpfen, entworfen. Dazu bedient er sich vielen eigenen Wortkreationen wie zum Beispiel HerEtikalismus, HimPerialismus, NanoBItes, NuJuismus oder UnFunDaMendalismus. Mir persönlich war das alles viel zu detailliert und erschwerte mir den Einstieg in die Lektüre sehr. Bevor ich aber aufgab, habe ich mich einen Mittag lang hingesetzt und einfach mal das zwölfseitige Glossar genau studiert. Mit "Demi Monde" hat Rod Rees nicht nur einen Science-Fiction-Thriller niedergeschrieben, sondern erteilt uns auch eine Geschichtslektion. Etliche Bösewichte unserer Vergangenheit wurden in die Computersimulation eingeschleust, allen voran Heydrich. Aber auch sonst erinnert vieles in der virtuellen Welt an den zweiten Weltkrieg. Es gibt die SS (hier für Spirituelle Sicherheit) und Rassismus und Fanatismus sind an der Tagesordnung. Ein wirklich brutales Umfeld, in das Ella da geraten ist - vor allem für eine schwarze Frau. Über den grössten Teil der Geschichte begleiten wir die schwarze Jazzsängerin Ella, deren Mission es ist, die Präsidententochter aus den Fängen der Demi Monde zu befreien. Sie ist eine bodenständige, sehr starke Persönlichkeit. Sie war mir zwar sofort sympathisch, doch auch ein bisschen zu perfekt. In jeder Situation weiss sie einen Ausweg und sie ist wunderschön - so schön, dass sie sogar die grössten Rassisten bezirzen kann. Besser gefallen hat mir da Vanka, der ihr in der für sie neuen und verwirrenden Welt zur Seite steht. Er ist ein grosser Charmeur, hat aber auch seine Schwächen. Toll ist, dass die Protagonisten sich auch weiter entwickeln. Einige Abschnitte erleben wir auch an Trixie Dashwoods Seite. Und gerade sie macht eine enorme Entwicklung durch. Sie wächst gut behütet in einem reichen Haus auf und durchlebt ein Wechselbad der Gefühle, das sie über sich hinauswachsen lässt. Sehr interessant fand ich auch die einzelnen kursiv geschriebenen Sätze, die dem Leser Gedanken von Ella (Trixie) verraten. Nachdem ich mich die ersten 150 Seiten wirklich durchbeissen musste, hat mich das Buch dann doch so langsam aber sicher gefesselt und die Spannung stieg stetig an, so dass ich den letzten Viertel richtig gehend verschlang. Lange war für mich klar, dass Band zwei bestimmt nicht bei mir einziehen würde, doch nach dem Ende, wüsste ich nun doch noch gerne, wie es weitergeht, denn die eine oder andere Frage bleibt schon noch offen. Besser gesagt, es ist im Grunde genommen erst der Einstieg in die eigentliche Katastrophe ... Fazit: Rod Rees hat mit "Demi Monde" eine wahnsinnig detailverliebte, grausame virtuelle Welt erschaffen, die einem den Einstieg ins Buch nicht wirklich leicht machen. Doch das Durchbeissen lohnt sich, denn danach wird man mit einem spannenden Science-Fiction-Thriller mit Erinnerungen an frühere Geschichtslektionen belohnt.

Die Mission
Die Missionvon Rod ReesGoldmann
5. Sept.
Bewertung:5

Inhalt: Die junge Ella Thomas stimmt der Mission zu, in die Demi Monde, eine Computersimulation, zu reisen, um die verschwundene Tochter des Präsidenten zu finden und zu retten. Das stellt sich als schwerer heraus als gedacht, denn diese „Welt“ ist außer Kontrolle geraten. Wer dort stirbt, stirbt auch im echten Leben. Gelingt es Ella, die Präsidententochter zu finden und mit ihr gemeinsam lebend aus der Demi Monde zu entkommen? Meinung: Die Demi Monde ist eine Computersimulation, die dazu entwickelt wurde, Soldaten auf den Krieg vorzubereiten. Dort herrscht ständiger Krieg, denn die Bewohner dieser Welt werden von den bösartigsten Menschen regiert, die die reale Welt in der Vergangenheit zu bieten hatte. Führer des Volkes ist Heydrich, der seinerzeit gemeinsam mit Hitler die Ausrottung der Juden geplant hat und nun hat er vor, seinen Plan durchzusetzen. Ella ist eine gute Protagonistin. Sie ist 18 Jahre alt und singt Jazz. Außerdem ist sie hübsch, intelligent und mutig. All das waren Voraussetzungen, die sie perfekt für die Mission machten. Sie hat den Auftrag, die verschwundene Tochter des Präsidenten der realen Welt zu finden und aus der Demi Monde zu befreien. Obwohl Ella klug ist, gute Entscheidungen trifft und weiß, wie sie das bekommt, was sie will, stellt sich die ganze Sache als schwieriger und gefährlicher heraus als gedacht. Die „Dupes“ (Duplikate der echten Menschen, von denen die Demi Monde bevölkert ist) bezeichnen die Menschen aus der realen Welt als Dämonen und halten sie gefangen. Ella trifft in einer Bar auf Vanka, der vorgibt ein Magier zu sein, der ihr Arbeit als seine Assistentin anbietet. Er hilft ihr, Norma zu finden und plant gemeinsam mit ihr deren Rettung. Vanka ist gutaussehend und verdient sein Geld auf nicht ganz legale Weise, weshalb der Grund für seine Hilfe wohl die Belohnung ist, die Ella ihm versprochen hat. Was mich am Anfang des Buches ziemlich verwirrt hat war, dass jede Menge unbekannte Begriffe verwendet wurden, z.B. HimPerialismus oder UnFunDaMentalismus. Im Anhang des Buches befindet sich ein Glossar, allerdings stört es den Lesefluss sehr, wenn man immer wieder die Bedeutung eines Wortes nachschauen muss. Außerdem gibt es am Anfang jedes Kapitels einen kurzen Text, in dem etwas über die Demi Monde erklärt wird, z.B. die verschiedenen Religionen. Die Welt der Demi Monde ist aufgrund seiner Herrscher sehr nationalsozialistisch aufgebaut. Juden, Polen und Farbige (genannt „Shades“) werden größtenteils aus der Gesellschaft ausgeschlossen und der Führer Heydrich strebt danach, ein rein arisches Volk zu haben. Natürlich vereinfacht auch das Ellas Aufgabe nicht, da sie selbst zu den Shades zählt. Schon am Anfang des Buches merkt man, wie komplex und ausgefeilt die Handlung ist. Sofort wird einem bewusst, dass man es nicht mit einem Jugendbuch zu tun hat. Man wird von Informationen geradezu überschüttet und muss sich alles merken, um die Zusammenhänge zu kennen und die Handlung zu verstehen. Alles ist genau durchdacht und nirgends bin ich auf einen Fehler oder auch nur auf die kleinste Ungereimtheit gestoßen. Rod Rees hat bei der Ausarbeitung der Geschichte ganze Arbeit geleistet. Es ist ihm gelungen, den Leser immer wieder durch neue Wendungen und Informationen zu überraschen, sodass das Buch durchweg spannend und interessant blieb. Ich bin unfassbar gespannt auf Band 2 der Reihe. Fazit: Eine fantastische Mischung aus Dystopie, Science Fiction und Kriegsroman. Die Geschichte ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite und der Leser wird immer wieder überrascht. Es handelt sich allerdings nicht um einen Jugendroman! 5/5 Punkten

Die Mission
Die Missionvon Rod ReesGoldmann