Und wir erkennen so langsam wie es dazu kommen kann dass so viele Bücher in dieser Reihe sind. Am Anfang sind die Drow doch sehr eindimensional, Hauptsache Hass auf jeden. Nur in der Familie hasst man sich ein kleines bisschen weniger, deswegen bringt man sich nicht als gegenseitig um, sondern sucht sich lieber ein schwächeres Ziel. Mir persönlich haben die Momente besonders gefallen wenn Drizzt mit anderen interagiert hat die keine Dunkelelfen sind. Ich bleibe gespannt ob er nur der erste ist der sich wirklich traut Gnade zuzulassen oder ob er auch noch andere Dunkelelfen dazu inspirieren kann, und ob er jene denen er gegenüber Gnade gezeigt hat wieder treffen wird.
Der zweite Teil von R. A. Salvatores "Saga vom Dunkelelf" begleitet den Werdegang des jungen Dunkelelfen Drizzt Do'Urden.
"Im Reich der Spinne" setzt sich Drizzt Unbehagen gegenüber der grausamen Politik der Drow fort. Obwohl er als bester Schwertkämpfer Ruhm genießt, der auch seinem Haus zugute kommt, gelingt es ihm nicht, sich in die gesellschaftlichen Strukturen einzufügen. Erst als sein Misstrauen der Spinnengöttin gegenüber ihn in ernsthafte Schwierigkeiten bringt, beginnt er seine Moralvorstellungen hinter einer Maske zu verbergen. Die Enttäuschung über die Mitglieder seines eigenen Hauses und dem Leben in Menzoberranzan erfüllen den jungen Krieger mit Hoffnungslosigkeit.
Seine besten Stunden verbringt Drizzt als Anführer der Patrouillen um Menzoberranzan, bei denen er den magischen Panther Guenhwyvar an seiner Seite hat. Guenhwyvar wird sein einziger und bester Freund zum Missfallen seines Besitzers.
Mit seinem Verhalten bringt der junge Drow nicht nur sich selbst in Gefahr, sondern auch das Haus Do'Urden. Denn die Gunst der Spinnengöttin scheint verloren.
Bisweilen kann Drizzts Naivität anstrengend zu erleben sein. Wiederholend begibt sich der Krieger in brenzlige Situationen, die mit immer denselben Konsequenzen enden. Es stellt sich das Gefühl ein, dass der Protagonist weder gewillt noch fähig ist etwas zu ändern. Dieser Eindruck mag dadurch beeinflusst werden, dass die Lesenden schon früh über Intrigen informiert sind, obwohl die Figuren selbst noch rätseln.
Das Tempo und der Wechsel zwischen Kampfszenen, Intrigenspiel und Monologen erzeugen einen spannenden Erzählrhythmus. Der Erzählstil bleibt wie im ersten Band angenehm zu lesen.
Nur im letzten Viertel fällt ein abrupter Wechsel im Stil auf. Das Tempo nimmt zu und die Figuren beginnen von sich selbst in der dritten Person zu erzählen.
Das größere Missgeschick bleiben allerdings fehlplatzierte Begriffe in der Übersetzung. So wird z.B. von einem "geliebten Menschen" gesprochen, obwohl damit der Dunkelelf Zaknafein gemeint ist.