Es war mal wieder Zeit für #cosycrime, wie es so schön heißt. Also ein gemütlicher Krimi, in dem es zwar durchaus den einen oder anderen Mord gibt, aber eben auch viel „Drumherum“. „Der Priester und das schwarze Schaf“ ist der zweite Teil um den Pfarrer Daniel. Da in diesem Buch dick gespoilert und einem quasi die Auflösung des ersten Falls verraten wird, kann ich nur empfehlen, mit dem ersten Band zu beginnen. Finde ich ein bisschen ärgerlich und hätte der Autor durchaus eleganter lösen können. Wir befinden uns wieder in der kleinen Gemeinde Champton und man hoffte, dass nach den unruhigen letzten Monaten nun alle ein wenig entspannen können. Doch daraus wird nichts. Die Gemeinde muss sparen und so werden ein paar organisatorische Änderungen vorgenommen: Chris Biddle taucht auf und soll mit unserem Protagonisten Pfarrer Daniel gemeinsam die Schäfchen betreuen. Doch während Daniel sehr tolerant ist, ist Chris Biddle hart und radikal in seinem Glauben. Und dann geschieht ein Mord. Die Geschichte lebt von ihren Charakteren und der Dynamik zwischen ihnen: Da gibt es Daniels Mutter, resolut, neugierig und immer mittendrin im Geschehen. Daniel selbst, der versucht diplomatisch Lösungen zu finden und in Chris Biddle einen ziemlichen Kontrahenten vorgesetzt bekommen hat. Und natürlich die Familie des Lords, dem der ganze Laden irgendwie gehört. Wie auch bei letzten Mal mag ich einfach das Gemeindeleben dort und finde selbst als nicht religiöser Menschen den Konflikt zwischen Daniel und Chris spannend ( letzterer erinnerte mich an meinen damaligen radikalen Englischlehrer, der uns stets bekehren und maßregeln wollte). Ich mochte das Buch gerne. Nicht wegen des Falls, sondern wegen des Dorfes und seiner schrulligen Bewohner. 😀
11. März11. März 2025
Der Priester und das schwarze Schafvon Richard ColesGoldmann
