20. Okt.
Bewertung:4

In Howbutkers haben sich drei einflussreiche Familien niedergelassen und vor Jahrzehnten den Ort gegründet. Die Warwicks, die DuMonts und die Tollivers. Jeder hat sein Steckenpferd und alle drei verbindet eine Freundschaft, die Generationsübergreifend ist. Mary Tolliver erbt sehr zum Leidwesen ihrer Mutter und ihres Bruders schon in jungen Jahren die Baumwollplantage ihres Vaters. Sie ordnet alles dem Leben als Pflanzerin unter, ihre Familie, ihre Freunde und auch ihre große Liebe. Mit einem enormen Sturkopf ausgestattet, heiratet sie statt Percy Warwick seinen besten Freund Ollie DuMont und ihr einziges Kind stirbt noch bevor es wirklich erwachsen werden kann. Im gesetzten Alter von achtzig blickt Mary auf ihr Leben zurück und um zu verhindern, dass ihre Nichte Rachel dasselbe Schicksal erleidet, vererbt sie ihr nicht wie versprochen die Plantage. Doch da hat sie nicht mit dem unbeugsamen Willen von Rachel gerechnet. Ein großer Südstaatenroman. Epos würde ich es noch nicht nennen, dafür fehlte einfach noch Tiefgang. Der erste Teil spielt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Es wird Marys Leben erzählt. Von ihrem unbändigen Willen, die Baumwollplantage groß zu machen und ihrer Bereitschaft dafür alles zu opfern. Ihr Kampf gegen das Unverständnis ihrer Mutter, die sie verstößt und dem Alkohol erliegt. Ein Mensch jedoch liebt und versteht Mary so wie sie ist und das ist Percy Warwick. Nur ist er nicht bereit hinter dem Land zurück zu stehen. Es scheint als wenn die Plantage nur Unglück bringt. Alle drei Hauptcharaktere Ollie DuMont, Percy Warwick und Mary Tolliver sind liebevoll gestaltet und beschrieben. Deswegen habe ich die erste Hälfte des Buches auch so geliebt. Es war ein bisschen wie „Vom Winde verweht“, aber an Scarlett kommt Mary Tolliver nicht heran. Die zweite Hälfte spielt in den 1980-1990 ger Jahren und war für meinen Geschmack weniger liebevoll ausgearbeitet. Natürlich bedarf es nun die Nachkommen und die verzweigten Verwandtschaftsverhältnisse zu berücksichtigen, aber ich mochte Rachel einfach überhaupt nicht. Der Tod ihrer Eltern war auch eine unsinnige Episode, die nicht wirklich zur Klärung von Rachels Intentionen beigetragen hat. Und den Tolliverfluch hatte der Leser auch schon in der ersten Hälfte des Buches erlebt. Die Liebesgeschichte zwischen ihr und Matt Warwick war auch ein wenig lieblos und für mich an den Haaren herbeigezogen und welchen Sinn ergab das Ganze wenn Rachel doch die Baumwollplantage am Ende erhält, trotz Marys Testament. Da hätte man so ungefähr locker 200 Seiten einsparen können. Bis auf Percy konnte ich mit keinem der Charaktere eine Bindung eingehen. Manchmal möchte man aufgrund der Sturheit der Protagonisten das Buch an die Wand werfen. Im Großen und Ganzen, kann man das Buch lesen, aber so richtig wollte bei mir kein Südstaatenflair aufkommen. Es ist eine nette Lektüre, aber nichts Bleibendes.

Die Erben von Somerset
Die Erben von Somersetvon Leila MeachamPage & Turner