Eine Zeitreise ins tiefste Mittelalter. Gottesfürchtige Menschen, eine Zeit voller Aberglaube und ein Mann der die Kirche herausfordert. Top!
Der Roman wurde in der ICH-Form beschrieben, ich konnte dadurch einen schnellen Bezug zu der Protagonistin bekommen. Die Autorin schafft es, dass bei mir beim lesen Emotionen aufkommen. Die Charaktere sind gut beschrieben, so daß ich Mitgefühl für Magarethe empfinde und mich über ihren Ehemann ärgere. Manchmal gab es Momente in denen ich die Protagonistin schütteln möchte, da sie sich einfach alles gefallen ließ. Doch ich musste immer daran denken, dass diese Geschichte im 15 Jahrhundert spielt und eine komplett andere Zeit war. Ich tauchte sehr schnell in dieses Buch ein und befand mich in einer Zeit in der Frauen nichts zu sagen hatten und ihren Ehemänner zu gehorchen hatten. Sehr interessant war auch zu lesen, wie die Menschen damals mit dem Aberglauben lebten. Doch ganz extrem fand ich den Glauben an Gott. Egal was man damals tat; man darf Gott nicht erzürnen. Die Autorin belebt die Zeit wieder in der man durch Ablasskäufe von den Sünden frei gesprochen wurde. Martins Geschichte selber war eher hintergründig da, wie der Titel schon sagt, es hauptsächlich um die Mutter ging. Doch der Roman beschreibt die intensive Bindung zwischen Mutter und Sohn. Ich finde, dass es ein gelungener Roman geworden ist und das man das Leben Luthers aus der Sicht der Mutter erfahren durfte. Ein sehr interessanter und aufschlussreicher Roman in einer Zeit von Aberglauben und Ablassbriefen.

